1. November 2019

Veranstaltungen zum 81. Jahrestag des Novemberpogroms

Liebe Freund*innen,

zum 81. Jahrestag der November-Pogrome 1938 gibt es in Berlin zahlreiche Gedenkveranstaltungen. Wir haben eine kleine sicherlich unvollständige Auswahl davon zusammengestellt. Gerne nehmen wir weitere Veranstaltungen auf, versenden sie mit dem nächsten Newsletter und stellen sie auf unsere Homepage.

Leider versuchen auch Rechte den 9. November in Berlin für ihre Anliegen zu instrumentalisieren. Am 81. Jahrestag der Pogromnacht von 1938 hat eine Gruppierung aus dem Reichsbürgerspektrum in Berlins Mitte einen Aufmarsch angemeldet. Das Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin, ein Bündnis von Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen ruft unter dem Motto „Für ein würdiges Gedenken) zu einer Kundgebung am 9.November am Bebelplatz auf. Hier gibt es weitere Informationen dazu: https://berlin-gegen-nazis.de/update-gedenken-und-protest-am-jahrestag-der-novemberpogrome/

Wir hoffen das sehr sehr viele Menschen nach dem antisemitischen Terroranschlag in Halle die Gedenkveranstaltungen dazu nützen werden ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und der Solidarität mit den hier lebenden Jüdinnen und Juden zu setzen. Erinnern heißt handeln! (Esther Bejarano)

Der Dachverband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG e.V.) und die Mobile Opferberatung bei Miteinander e.V. in Sachsen-Anhalt sammeln Spenden für die Hinterbliebenen und Überlebenden des rechtsterroristischen Anschlags am 9. Oktober in Halle (Saale) Der Aufruf hängt an! https://www.verband-brg.de/spendenaufruf-halle2019/

Und wir würden uns sehr freuen euch auf der ein oder anderen Veranstaltung und natürlich auf unserer alljährlichen Gedenkdemonstration am 9. November um 17.00 am Deportationsmahnmal in Moabit begrüßen zu können.

Wir gedenken am 9.November 2019 (17 Uhr | Mahnmal Levetzowstraße, Berlin Moabit) auch dieses Jahr den Novemberpogromen 1938.

„Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen.“

Dieses Diktum des Auschwitzüberlebenden Primo Levi bleibt und ist uns Verpflichtung.

Dem Gedenken an die deutschen NS-Verbrechen auch weiterhin Gehör zu verschaffen sowie Konsequenzen daraus einzufordern, bleibt die wichtigste Aufgabe für alle Antifaschist*innen. In diesem Sinne hoffen wir, möglichst viele von Euch am 9. November auf der Gedenkdemonstration in Moabit zu sehen.

Als Zeitzeuge wird Peter Neuhof, er wurde 1925 geboren, reden. Durch, wie er selbst sagte, »unwahrscheinliche Glücksumstände« überlebte Peter Neuhof, Sohn kommunistisch, jüdischer Widerstandskämpfer aus Frohnau, die Naziherrschaft.

Wir freuen uns auch eine/n Vertreter_in vom Ken Berlin der Hashomer Hatzair begrüßen zu können. Die sozialistisch-jüdische Jugendbewegung wurde 1938 von den Nazis verboten und gründete sich 2011 neu in Berlin

Für die musikalische Unterstützung sorgt die Gruppe Zhetwa.

(http://9november.blogsport.eu/)

Wir trauern zutiefst um unser Mitglied, unsere Freundin Vera Friedländer. Sie ist am 25. Oktober 2019 im Alter von 91 Jahren gestorben. Auch sie hat vor einigen Jahren auf unserer Kundgebung zum 9. November gesprochen und uns auf zahlreichen Veranstaltungen unterstützt und begleitet. Sie wird uns sehr, sehr fehlen.

Eure Berliner VVN-BdA


Bereits am Sonnabend, den 2. November, ab 10.00 Uhr, findet ein Stolpersteinrundgang durch Alt-Hohenschönhausen statt, verbunden mit einer Putzaktion und organisiert von der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke/Arbeitskreis Stolpersteine.

Treffpunkt: Konrad-Wolf-Str. 91/92 am Gedenkstein, Dauer: ca. 2 h


Mittwoch | 6. November 2019 | 18.00 Uhr | Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin

Gespräch, Vortrag

»Niemals wieder Kristallnacht!« – Vortrag und Gespräch zur Erinnerung an den 9. November 1938

Erst allmählich nahm sich in der Bundesrepublik und in der DDR eine breitere Öffentlichkeit der Erinnerung an den antijüdischen Terror 1938 an. Die Jahre zwischen 1978 und 1988 markieren hier den Umbruch. Dabei waren auch die Begriffe für die Ereignisse einem Wandel unterworfen, und sie sind bis heute. Kristallnacht, Pogrom, Novemberterror – welcher Ausdruck ist angemessen? Darüber wollen die Vortragenden mit Zeitzeugen des Erinnerns und Gästen diskutieren.

PROGRAMM
Begrüßung
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal

Vortrag 
Dr. Ulrich Baumann, stellv. Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Ausstellungskurator
Dr. François Guesnet, Department of Hebrew and Jewish Studies at University College London

Gespräch
Prof. Dr. Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler und Publizist
Dr. Herman Simon, Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Dr. Ulrich Baumann
Dr. François Guesnet

Moderation: Shelly Kupferberg

Um Anmeldung bis zum 5. November 2019 unter veranstaltungen@stiftung-denkmal.de oder Tel. 030-26 39 43-11 wird gebeten.


Mittwoch| 6. November 2019 | 20 Uhr GALERIE OLGA BENARIO,

Richardstraße 104, 12043 Berlin-Neukölln.

Der Kampf um die Erinnerung. Nationalsozialismus,

Erlösungswahn und Massenmord mit Hajo Funke

Nicht nur der „Vogelschiss“-Vergleich des AfD-Vorsitzenden Gauland macht deutlich: die Verbrechen des Nationalsozialismus werden aktuell von rechts in Frage gestellt wie nie zuvor seit den 1950er Jahren. Funkes Buch zeigt, dass der Kampf um das Geschichtsbild in diesem Land allerdings nicht neu ist. Fur den Bestand und die Fortentwicklung der Demokratie ist es wichtiger denn je dem rechten Kulturkampf hier entschieden entgegenzutreten. Hajo Funke liest aus seinem Buch und diskutiert mit dem Publikum die aktuellen Probleme.


Freitag | 8. November 2019 | 19:00 Uhr | Britzer Gemeinde der Berliner Stadtmission,
Malchiner Str. 73, 12359 Berlin (Nähe U-Bhf. Parchimer Allee)

Fragt uns. Wir sind die Letzten!

In Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 lädt die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts ein:

Horst Selbiger, Überlebender des Holocaust, liest aus seinem Buch „Verfemt, Verfolgt, Verraten – Abriss meines Lebens” und diskutiert mit uns über seine Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart.

Es ist die unglaubliche Lebensgeschichte von Horst Selbiger, der in drei Regimen gegen Widerstände um sein Leben und seine Existenz kämpfte.
In keiner Gesellschafts- und Herrschaftsform wurde ihm Gerechtigkeit zuteil.
Und so wurde er selbst zum Gerechten, der heute unaufgeregt seine Lebensgeschichte eines verfolgten Juden erzählt – damit Gerechtigkeit Gerechtigkeit bleiben kann und dies keiner Generation mehr widerfährt.

Hinweis: Als Veranstalter*innen behalten wir uns vor, von unserem Hausrecht nach § 6 Versammlungsgesetz Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen oder rechtspopulistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, antiziganistische oder sonstige menschenverachtende äußerungen in Erscheinung sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.


Freitag | 8. November 2019 | 10.00 Uhr | Spandau | auf der Fläche vor dem Mahnmal Lindenufer /Sternbergpromenade (Höhe Kammerstraße)

Gedenkstunde November – Pogrom 1938

Das Bezirksamt Spandau von Berlin richtet zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9. zum 10.11.1938 eine Gedenkstunde mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde zu Berlin aus.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank: „Eine alljährliche Gedenkstunde, die in Bezug auf die Vergangenheit und der jüngsten Ereignisse in Deutschland auch zukünftig unerlässlich ist. Hiermit sendet Spandau ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Gewalt.“

Auch in diesem Jahr wird ein Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sowie Herr Kantor Simon Zkorenblut aktiv an der Gestaltung der Gedenkstunde mitwirken.

Die inhaltliche Gestaltung der Gedenkveranstaltung hat der Ev. Kirchenkreis Spandau übernommen. Neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, an dieser Gedenkveranstaltung teilzunehmen.


Freitag | 8. November 2019 | 10:00 Uhr | 12.00 Uhr | Weissensee / Prenzlauer Berg

Stilles Gedenken

Zum 81. Mal jährt sich am 9. November 2019 die Pogromnacht des Jahres 1938. Wir wollen der Opfer, der Beraubten und Entwürdigten, der Gequälten, Geschundenen und Ermordeten dieser dunklen Nacht gedenken.

Nichts, was vor Jahrzehnten passierte, kann ungeschehen gemacht werden, alles aber muss geschehen, dass sich dies niemals mehr wiederholt.

In diesem Sinne laden Bezirksverordnetenvorsteher Michael van der Meer und Bezirksbürgermeister Sören Benn zu Gedenkveranstaltungen ein, mit denen zugleich ein Appell an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger gerichtet werden soll, sich in unserem Land für Demokratie, Freiheit, Toleranz und Solidarität einzusetzen.

10 Uhr
auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee
(Herbert-Baum-Straße 45)

12 Uhr
auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee 25
(U2 Senefelderplatz)

Veranstaltung der BO Prenzlauer Berg der VVN-BdA

Es spricht Renate Kirchner


Sonntag | 9. November 2019 | 10:30 Uhr | Spiegelwand | Steglitz | Hermann-Ehlers-Platz

Kranzniederlegung

In Gedenken an die November­-Pogrome legen wir wie jedes Jahr am 9. November einen Kranz an der Spiegelwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz nieder.

Die mit Spiegeln verkleidetet Gedenkwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz erinnert an die ehemalige Synagoge im Hinterhof eines benachbarten Hauses und an die Deportation der Berliner Juden.

Stolperstein-Spaziergang

Im Anschluss an die Kranzniederlegung auf dem Hermann-Ehlers-Platz wollen wir sieben Stolpersteine in Steglitz putzen, Blumen und Kerzen niederlegen. Mit Kurzbiografien wollen wir an die Menschen erinnern, für die diese Steine verlegt wurden.

Der Stolpersteinspaziergang dauert etwa 30 Minuten und geht von der Martinstraße 8 über die Kurze Straße 14 und 5 zur Birkbuschstraße 89. Die Route ist ca. einen Kilometer lang.

Wir freuen uns über euer zahlreiches Kommen.

Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus!


Freitag | 8.November 2019 (Beginn 14:00 Uhr | Einlass ab 13:00 Uhr),

Fasanenstraße 79–80, 10623 Berlin

Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

anlässlich des 81. Jahrestags der Novemberpogrome von 1938

Anlässlich des Jahrestags der Pogromnacht am 09.11.1938 erinnern der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, Rabbiner Jonah Sievers und Kantor Isidoro Abramowicz an die Verbrechen des Nazi-Regimes.

Das musikalische Rahmenprogramm gestalten Mitglieder des Streichquartetts der Berlin-Sinfonietta, die Schauspielerin Nadine Schori liest ausgewählte Texte.

Von 9:00 bis 16:00 Uhr werden vor dem Gemeindehaus die Namen der 55.969 ermordeten Berliner Juden aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin gelesen.


Samstag, 9. November 2019 – 14 Uhr – Vor der ehemaligen Köpenicker Synagoge,

Freiheit 8, 12555 Berlin

  1. November 2019 – 81 Jahre nach der Pogromnacht

Kein Vergeben – Kein Vergessen!

Gegen jeden Antisemitismus!

aus dem Aufruf:

Antisemitische Beschimpfungen, Bedrohungen und Angriffe sind Alltag für jüdische Berliner*innen. Es ist skandalös, wie wenig dagegen aus Gesellschaft und Politik unternommen wird. Erst am 30. Oktober kritisierten Organisationen wie die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee und das Jüdische Bildungswerk für Demokratie die Bundesregierung dafür, dass sie Projekte gegen Antisemitismus nicht weiter finanziert. Das Bekenntnis Antisemitismus zu bekämpfen, kann nicht nur darin bestehen an die Opfer der Shoah zu gedenken, sondern muss auch in einer praktischen Solidarität mit den von Antisemitismus Betroffenen seinen Ausdruck finden. Dafür muss jeder Form des Antisemitismus entschieden entgegengetreten werden und es muss endlich Schluss sein mit der von vielen vorgetragenen Floskel: „Wir sind ja gegen Antisemitismus, aber…“. Das Gedenken an die Pogromnacht von 1938 und der Kampf gegen den gegenwärtigen Antisemitismus gehören untrennbar mit einander verknüpft!

VVN-BdA Köpenick


Lichtenberg am Samstag, 9. November 2019, ab 12.00 Uhr am Gedenkstein Konrad-Wolf-Straße 91

  1. November – Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome aufrechterhalten

Den Opfern der Pogrome von 1938 gilt ein gemeinsames ehrendes Gedenken,

Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) wird eine Gedenkrede halten und mit Mitgliedern der Bezirksverordnetenversammlung sowie Gästen Gebinde niederlegen. Musikalisch begleitet Olaf Ruhl die Gedenkveranstaltung.

Michael Grunst lädt die Bürgerinnen und Bürger zu diesem Anlass ein:

„Der 9. November ist ein Tag der Freude, der Erinnerung und des Gedenkens. Ich lade Berlinerinnen und Berliner ein, gemeinsam der Opfer von Hass, Hetze und Menschenfeindlichkeit zu gedenken. Tausende Mitbürger und Mitbürgerinnen jüdischen Glaubens wurden vor 81 Jahren misshandelt, verschleppt oder ermordet. Heute gilt es, wie eh und je, dieses Gedenken aufrechtzuerhalten. Gegen das Vergessen.“


Sonntag | 9. November 2019 von 14:00 bis 20:00 Uhr  | Lichtenberg

Gemeinsame Erinnerung und Mahnung zur Reichspogromnacht

14.00-17.00 Uhr: Stolpersteinrundgang; anschließend Treffen und Vortrag zu jüdischem Leben in Lichtenberg (Kreuzung Leopold-/Emanuelstraße; Raum im Eckhaus mit den Davidssternen)

18.00 Uhr: Gemeindehaus Erlöserkirche, Nöldnerstr. 42: Horst Selbiger spricht über seine Zeit als Zwangsarbeiter

VVN-BdA Lichtenberg e.V.


Samstag, 9. November 2019, 20:11 GRIPS Theater Hansaplatz
Altonaer Straße 22, 10557 Berlin, U9 Hansaplatz

Musik/Konzert

»Menschen machen Menschen machen Menschen kaputt« (YOK) – „Lena Stoehrfaktor“ (Rap – Berlin), „YOK“ (pocketpunk), „Matondo“

Das Konzert beginnt erst nach der Demo: „Gedenken an die Reichspogromnacht in Berlin-Moabit“


Sonntag |  10. November 2019 |   11:00 Uhr |  Ehem. jüdisches Waisenhaus Pankow| 

Rundgang „Jüdisches Leben in Pankow“

Den historischen Rundgang von Inge Lammel gibt es auch digital. Es wird an diesem Tag analog und digital angeboten, verschiedene Stationen in Pankow abzulaufen, z.B. zu ehemaligen Synagogen, Wohnhäusern und jüdische Wohlfahrtseinrichtungen. Zu diesen Orten bietet der Rundgang allgemeine historische Informationen, aber auch persönliche Lebensgeschichten und historisches Bildmaterial.

Die kurzen Texte zu den Stationen können auch als Audiodatei abgespielt we
Es bedarf dazu mobiles Internet auf dem Smartphone: http://rg.admin-box.com

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Pankow e. V.


Sonntag | 10. November 2019 |15:00 Uhr |

Deportationsgedenkort Güterbahnhof Moabit.

Ein neuer Gedenkort, eine lange Geschichte
Kurz-Führung und anschließender Vortrag von Andreas Szagun

Von Herbst 1941 bis Frühjahr 1945 wurden vom größten Deportationsbahnhof Berlins aus über 30.000 Menschen in Ghettos und Vernichtungslager deportiert – vom Güterbahnhof Moabit. Eine Restfläche steht seit 2016 unter Denkmalschutz. Um den stadträumlich vergessenen Ort zu würdigen, wurde 2016 ein Kunstwettbewerb ausgelobt. Der erste Preis ging an das Künstlerkollektiv „raumlaborberlin“. Im Sommer 2017 wurde der zwischen Quitzowstraße und Ellen-Epstein-Straße gelegene Gedenkort eingeweiht.

Anschließend wird der frühere Eisenbahner und Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt Tiergarten, Andreas Szagun, über die „Deportationsgleise“, die historische Neubewertung dieses Ortes, die Rolle der Reichsbahn bei den Deportationen und den langen Weg zu einem Gedenkort berichten.

Der Treffpunkt der Führung zum Gedenkort Güterbahnhof Moabit befindet sich an Stele auf dem Pflasterweg Ecke Quitzowstraße zwischen Hellweg Baumarkt und Lidl Supermarkt. Bus M 27, Haltestelle Quitzowstraße oder S+U Westhafen, S 41/42, U9.

Danach gehen wir für den Vortrag in den B-Laden in der Lehrter Straße 27–30, 10557 Berlin (800m). Bus 123, Haltestelle Kruppstraße.
Es gibt heiße Getränke und Kuchen

Berliner VVN-BdA


Sonntag | 10.November 2019 < 11.00 Uhr | Rathaus Treptow,

Neue Krugallee 4, 12435 Berlin

Traditionelle Matinee zum Jahrestag der faschistischen Pogromnacht vom November 1938:

Es spricht Prof. Dr. Mario Keßler, es musiziert das russisch-ukrainische Duo MaSur

Bund der Antifaschisten Treptow e.V.

Begegnungsstätte PRO

Fon/Fax (030) 5 32 86 44 / 53 69 63 24

www.bda-treptow.de

Sie können uns auch schreiben:

bda-treptow@web.de


Donnerstag | 14. November 2019 | 19:00 Uhr | Café Sibylle,

Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin

Ruth Steindling, Claudia Erdheim: Vilma Steindling.

Eine jüdische Kommunistin im Widerstand

Buchpräsentation und Gespräch mit Ruth Steindling
Vom Waisenkind zur Widerstandskämpferin

Mit acht Jahren kommt Vilma Steindling ins jüdische Waisenhaus im Wiener 19. Bezirk. Schon mit 16 Jahren politisiert sie sich und tritt in den Kommunistischen Jugendverband ein. 1937 folgt die junge Frau ihrem Lebensgefährten Arthur Kreindel nach Paris, denn im austrofaschistischen »Ständestaat« unter Kurt Schuschnigg sind die KP und der KJV verboten.

Nach der Besetzung Frankreichs durch Hitlerdeutschland engagiert sie sich in der sogenannten »Mädelarbeit« der Résistance. Als sie 1942 denunziert und verhaftet wird, wird sie ins KZ Auschwitz überstellt. Sie überlebt den Todesmarsch ins KZ Ravensbrück, wo sie vom schwedischen Roten Kreuz befreit wird. Im Herbst 1945 kehrt Vilma nach Wien zurück und erfährt erst jetzt, dass ihr Lebensgefährte Arthur in Dachau ermordet worden ist. Gibt es für sie ein Leben danach? Ein Leben nach Ausschwitz? Vilma ist nun völlig auf sich gestellt, obdachlos und ohne Arbeit. Sie sucht Hilfe bei dem einzigen ihr möglich erscheinenden Zufluchtsort, der Kommunistischen Partei, wird jedoch herb enttäuscht. Nach und nach beginnt sie, ihre politische Überzeugung zu hinterfragen.1968 nach dem Einmarsch der Sowjets in die Tschechoslowakei tritt sie enttäuscht aus der Partei aus.

Dieses Buch zeichnet den Lebensweg einer mutigen Frau nach, die für ihre Ideale ihr Leben aufs Spiel setzte und die trotz schwerwiegender Traumatisierungen wieder zurück ins Leben fand. Über das Leid, das sie erfahren hatte, sprach sie wenig. Welche Folgen das für ihre Kinder und Enkelkinder hatte, auch damit setzen sich die Autorinnen in sehr persönlichen Zugängen auseinander.

Ruth Steindling absolvierte in Wien das Lehramt in Romanistik. Sie unterrichtete an Gymnasien in Wien und Nizza, war als Deutschlektorin an den Universitäten Brest, Cremona und Mailand sowie als freie Übersetzerin im In- und Ausland tätig.
Ruth Steindling, Claudia Erdheim: Vilma Steindling. Eine jüdische Kommunistin im Widerstand. Mit einem Nachwort von Anton Pelinka. 223 Seiten, Amalthea, Wien 2017 EUR 25,00

Siehe auch:
ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück: http://www.ravensbrueckerinnen.at/?page_id=6526

Berliner VVN-BdA


  1. November | 11.30 Uhr

Führung durch die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen

Am Samstag, den 16. November, haben wir eine geführte Tour durch die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen in Oranienburg gebucht. Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936 unter Zwangsarbeit als Protolager durch den SS-Architekten Bernhard Kuiper entworfen. Dies ist einer der Besonderheiten des Konzentrationslagers Sachsenhausen, welches es von anderen Lagerkomplexen unterscheidet. Die Führung wird ca. 2h-3h dauern, sowohl einen Überblick über die Geschichte des KZ Sachsenhausen geben als auch auf weitere Besonderheiten eingehen. An einigen Orten in der Gedenkstätte wird es dabei insbesondere um die Ereignissen und Folgen der Novemberpogrome 1938 sowie um die als jüdisch verfolgten Häftlingen im KZ Sachsenhausen gehen.

Gemeinsamer Anreisepunkt aus Berlin:
Treffpunkt: Ostkreuz um 11:30 auf Gleis 14
Abfahrt: 11:47 RB12 (Richtung Templin)

Treffpunkt an der Gedenkstätte Sachsenhausen: 13:00 vor dem Besucherinformationszentrum.

Bitte zieht euch warme Sachen an und tragt bequeme Schuhe, da die Führung vor allem im offenen Gelände stattfindet. Nehmt euch eventuell auch Essen und Trinken mit.

Die Teilnehmer_innenzahl ist auf 25 Personen begrenzt.
Daher bitten wir euch, um eine kurze Anmeldung unter: antifa-neukoelln@systemli.org