Buchvorstellung: Hans Coppi jr.: Annäherungen an meine Eltern Hans und Hilde Coppi

4. Juni 2026

Buchvorstellung:

Donnerstag, | 18. Juni 2026 | 19 Uhr

Mitte Museum | Pankstr. 47 13357 Berlin  (U-Pankstraße)

Hans Coppi jr.: Annäherungen an meine Eltern Hans und Hilde Coppi

Dr. Geertje Andresen, Historikerin

Im September 1942 werden Hans und Hilde Coppi verhaftet. Sie gehören zum Widerstandsnetzwerk um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, das von der Gestapo unter dem Fahndungsbegriff „Rote Kapelle“ dem sowjetischen militärischen Nachrichtendienst in Westeuropa zugeordnet wird. Vom Reichskriegsgericht, dem obersten Gericht der Wehrmacht, werden sie zum Tode verurteilt. Hilde Coppi bringt am 27. November 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße ihren Sohn Hans zur Welt. Sie kann ihr Kind noch einige Monate stillen, ehe sie am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil stirbt. Hans Coppi wird dort bereits am 22. Dezember 1942 enthauptet.

Hans Coppi jr. hat seine Eltern nie kennengelernt. Er wächst in der DDR auf, kennt vor allem die offizielle Darstellung seiner Eltern und wird wegen deren Widerstandstätigkeit zur öffentlichen Person. Erst Ende der 1980er-Jahre beginnt er, das Wirken seiner Eltern innerhalb des Widerstandsnetzwerks zu erforschen. Nach dem Mauerfall arbeitet er an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an diesem Thema weiter. In zahlreichen Archiven kann er ihm bislang unbekannte Dokumente einsehen, an der Dekonstruktion der angeblich kommunistischen Spionageorganisation „Rote Kapelle“ mitarbeiten und vor allem Fakten über seine Eltern erfahren. Aus diesen Forschungen entstanden Bücher und Ausstellungen.

Ausführliche Biographien über seine Eltern zu schreiben, ist Hans Coppi jr. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich. Dr. Geertje Andresen hat als langjährige freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und enge Kollegin von Hans Coppi jr. in Absprache mit ihm aus seinem Vorlass mehrere Arbeiten über Hans und Hilde Coppi und die „Rote Kapelle“ in einer Publikation herausgegeben, die sie an diesem Abend vorstellt.

Nach einer Begrüßung und Vorstellung der Mitwirkenden wird Markus Tervooren, Geschäftsführer der Berliner VVN-BdA, den Antifaschisten Hans Coppi Jr., Mitbegründer des Bundes der Antifaschisten und der Berliner VVN-BdA im Nachwende-Berlin, würdigen. Im Anschluss stellt die Herausgeberin Dr. Geertje Andresen in einem Vortrag das Buch vor. Die mit Hans Coppi Jr. und seiner Frau befreundete Schauspielerin Ruth Reinecke liest danach aus einigen der im Buch veröffentlichten Briefen aus der Haft, die Hans an seine Frau Hilde und Hilde an ihre Mutter und ihre Schwiegereltern geschrieben hat.

Zum Abschluss kann das Buch erworben werden.

Der Eintritt ist frei Um eine Anmeldung wird gebeten per E-Mail an: info@mittemuseum.de 

Donnerstag, | 18. Juni 2026 | 19 Uhr

Mitte Museum | Pankstr. 47 13357 Berlin  (U-Pankstraße)

Eine Veranstaltung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –

Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. [Berliner VVN-BdA e.V.] in Kooperation mit dem Mitte Museum und Wedding-Bücher.

Berliner VVN-BdA e.V.

Franz-Mehring-Platz 1

10243 Berlin

berlin@vvn-bda.de | https://berlin.vvn-bda.de

ZEIT DES SCHWEIGENS UND DER DUNKELHEIT

1. Juni 2026

Doku (Nina Gladitz, 1982) 60 min. in deutscher Sprache
und anschließendem Gespräch mit Petra Rosenberg

Freitag, 12. Juni 2026, 19 Uhr
Regenbogenkino | Lausitzer Straße 21a, 10999 Berlin- Kreuzberg

Film und Gespräch
Zum 90. Jahrestag der Verschleppung
der Berliner Sintizze und Romnja in das Zwangslager Marzahn

Zeugnisse überlebender Sintizze und Romnja aus den NS- Zwangslagern, der Selektion von Häftlingen zum Riefenstahl-Film “Tiefland”, ihrer Erinnerungen, der Politik der Nachkriegszeit und der verhinderten Aufarbeitung

Im Mai 1936 wurde in Berlin das NS-Zwangslager Marzahn eingerichtet. Die langgehegten antiziganistischen Pläne des “Rassenpolitischen Amtes” der NSDAP wurden damit kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele
umgesetzt, denn wenig später wurden hunderte Berliner Sintizze und Romnja von den Nazis verfolgt und in das Lager verbracht. Das nationalsozialistische Deutschland schmückte sich 1936 vor der ganzen Welt mit der Austragung der Olympischen Spiele, ihre Inszenierung machten die NS-Filmregisseurin Riefenstahl weltberühmt.

Die Dokumentarfilmerin Nina Gladitz filmte 1982 eine Serie von Interviews u.a. mit Josef Reinhardt, einem der wenigen Überlebenden, der vom Lager berichtete, und davon, dass die NS-Regisseurin eigens Statist*innen für einen ihrer Filme aus den “Roma-Lagern” selektierte. Gladitz begleitet Reinhardt auf seiner Spurensuche und beobachtet, wie seine Konfrontationen abgeblockt werden.
Nach der Veröffentlichung von Riefenstahl verklagt, verschwand die Doku im “Giftschrank”.

Wir zeigen dieses wichtige Zeugnis und laden herzlich dazu ein!
Nach dem Film) wird es ein Gespräch mit der Leiterin der Gedenkstätte Zwangslager Marzahn, Petra Rosenberg, geben.

Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen e..V. | Franz-Mehring-Platz 1 | 10243 Berlin |
berlin@vvn-bda.de | https://berlin.vvn-bda.de

Am 04.Juli in Erfurt widersetzen | Gegen den Bundesparteitag der AfD!

1. Juni 2026

Fahrt mit im Bus der Berliner VVV-BdA!

Infoveranstaltungen der Berliner VVN-BdA e.V.

Weitere Infos zu widersetzen >>>

Freitag | 5. Juni 2026 | 20.00 Uhr
Wahlkreisbüro Stella Merendino
Usedomer Str. 32, 13355 Berlin- Wedding

Dienstag | 23.Juni 2026 | 19.00 Uhr
BAIZ – Kultur- und Schankwirtschaft
Schönhauser Allee 26a, Berlin Prenzlauer Berg

Am 4. Juli 2026 will die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt abhalten. Dagegen mobilisiert das bundesweite Bündnis „Widersetzen“. Bereits in Essen, Riesa und Gießen wurde gezeigt, dass massenhafter ziviler Ungehorsam Veranstaltungen der AfD über Stunden hinweg lahmlegen kann. Das Bündnis setzt auf diese bewährte Strategie: Jeder leere Stuhl, jede verhinderte Redezeit schwächt das Selbstvertrauen der rechten Delegierten und macht den gesellschaftlichen Gegenwind spürbar. Auch aus Berlin werden wieder dutzende Busse zu den Blockaden fahren und diesen Tag zu einem erfolgreichen antifaschistische Event machen.
Die Infoveranstaltungen informiert über die geplanten Proteste und die Situation vor Ort. Es wird die Möglichkeit geben Bustickets zu kaufen. 

Die Veranstaltungen werden von der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen) Berlin durchgeführt. 

Siamo Tutti Antifascisti!

Die Berliner Sparkasse lenkt ein – der BdA Treptow e.V. erhält ein Vereinskonto

25. April 2026

BdA Treptow e. V.: „Nobanking” abgewendet, Sparkasse stellt Vereinskonto zur Verfügung
Der Protest hat Wirkung gezeigt

Es war eine aufregende Woche für den Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow e.V. Am Freitag, 17. April, hatte seine Vorsitzende, Dr. Ellen Händler, eine E-Mail vom VereinsCenter der Berliner Sparkasse erhalten. Es teilte in einem Dreizeiler mit, dass die Berliner Sparkasse „Ihrem Wunsch auf Eröffnung eines Vereinskontos in unserem Hause leider nicht entsprechen“ könne und den Zusatz: „Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen – entsprechend den Gepflogenheiten des deutschen Kreditgewerbes – die Gründe für unsere Entscheidung nicht mitteilen.“

Der Protest hat Wirkung gezeigt

Der BdA Treptow e. V. hatte – zeitgleich mit dem Landesverband Berliner VVN-BdA e. V. und den Kreisvereinigungen BdA Weißensee/Hohenschönhausen e. V. sowie VVN/VdA e. V. (ehemals Westberlin) – im Januar die Kündigung zum 31. März für ihr Konto bei der Postbank erhalten. Unverzüglich erkundigte sich der Vorstand des BdA Treptow nach einem Vereinskonto bei der Berliner Sparkasse. Die dortige Mitarbeiterin klang sehr zuversichtlich, und bis zum 26. Februar hatten die vier Vorstandsmitglieder alle Fragen ordnungsgemäß beantwortet, alle Papiere und Vereinsunterlagen einschließlich des Auszugs aus dem Transparenzregister übergeben.

Dann geschah – nichts. Ellen Händler versuchte mehrfach erfolglos, den Stand der Prüfung telefonisch zu erfragen. E-Mails wurden geschrieben, auf die Dringlichkeit hingewiesen und darauf, dass die Prüfung unverständlicherweise schon bald zwei Monate andauere. Seit dem 1. April war der BdA Treptow e.V. nun ohne Konto. Dann platzte die Bombe.

Was tun? Der Vorstand des BdA Treptow entschied sich sofort dafür, diese Entscheidung nicht hinzunehmen. Der VVN-BdA-Landesvorstand und sein Geschäftsführer, die Linke Treptow-Köpenick, Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD), Dr. Gregor Gysi als der gewählte Bundestagsabgeordnete – sie alle wurden informiert und um Unterstützung, insbesondere um Fürsprache beim Vorstand der Berliner Sparkasse, gebeten. Immerhin ist der seit 36 Jahren existierende und als gemeinnützig anerkannte BdA Treptow ein geschätzter Akteur im bezirklichen „Bündnis für Demokratie, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“, er koordiniert die Stolpersteinverlegungen im Bezirk, und in seinen Reihen zählt er viele Mitglieder, die Naziverfolgte oder deren Nachkommen sind.

Der BdA Treptow legte Widerspruch gegen die Entscheidung bei der Berliner Sparkasse ein, die Berliner VVN-BdA veröffentlichte eine Pressemitteilung, nd und taz berichteten.

Juristische Schritte wurden in Erwägung gezogen, sollte die Entscheidung nicht rückgängig gemacht werden. Und: BdA Treptow, der Bezirksvorstand der Linken und die Berliner VVN-BdA riefen für Freitag, den 24. April, zu einer Kundgebung vor der Zentrale der Berliner Sparkasse am Alexanderplatz auf.

Was immer den Ausschlag gegeben haben mag – oder alle Maßnahmen zusammen: Am Donnerstag, 23. April nachmittags, erhielt der BdA Treptow einen Anruf und eine E-Mail der Berliner Sparkasse, in der sie mitteilte, dass nach umfassender Prüfung, „alle rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben erfüllt sind und … der Vereinszweck mit unserer werteorientierten Ausrichtung vereinbar ist“. Das gewünschte Vereinskonto könne eröffnet werden. Die Berliner Sparkasse entschuldige sich für „die entstandenen Irritationen und die verzögerte Kommunikation“ und freue sich auf die künftige Zusammenarbeit.

Der BdA Treptow e.V. dankte allen Unterstützer*innen, allen voran Bürgermeister Igel, für die erwiesene Unterstützung. Die angekündigte Kundgebung am 24. April fand statt. Etwa 70 Teilnehmende feierten den Erfolg.

Wieder einmal bestätigte sich die alte Weisheit: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

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