ZEIT DES SCHWEIGENS UND DER DUNKELHEIT

1. Juni 2026

Doku (Nina Gladitz, 1982) 60 min. in deutscher Sprache
und anschließendem Gespräch mit Petra Rosenberg

Freitag, 12. Juni 2026, 19 Uhr
Regenbogenkino | Lausitzer Straße 21a, 10999 Berlin- Kreuzberg

Film und Gespräch
Zum 90. Jahrestag der Verschleppung
der Berliner Sintizze und Romnja in das Zwangslager Marzahn

Zeugnisse überlebender Sintizze und Romnja aus den NS- Zwangslagern, der Selektion von Häftlingen zum Riefenstahl-Film “Tiefland”, ihrer Erinnerungen, der Politik der Nachkriegszeit und der verhinderten Aufarbeitung

Im Mai 1936 wurde in Berlin das NS-Zwangslager Marzahn eingerichtet. Die langgehegten antiziganistischen Pläne des “Rassenpolitischen Amtes” der NSDAP wurden damit kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele
umgesetzt, denn wenig später wurden hunderte Berliner Sintizze und Romnja von den Nazis verfolgt und in das Lager verbracht. Das nationalsozialistische Deutschland schmückte sich 1936 vor der ganzen Welt mit der Austragung der Olympischen Spiele, ihre Inszenierung machten die NS-Filmregisseurin Riefenstahl weltberühmt.

Die Dokumentarfilmerin Nina Gladitz filmte 1982 eine Serie von Interviews u.a. mit Josef Reinhardt, einem der wenigen Überlebenden, der vom Lager berichtete, und davon, dass die NS-Regisseurin eigens Statist*innen für einen ihrer Filme aus den “Roma-Lagern” selektierte. Gladitz begleitet Reinhardt auf seiner Spurensuche und beobachtet, wie seine Konfrontationen abgeblockt werden.
Nach der Veröffentlichung von Riefenstahl verklagt, verschwand die Doku im “Giftschrank”.

Wir zeigen dieses wichtige Zeugnis und laden herzlich dazu ein!
Nach dem Film) wird es ein Gespräch mit der Leiterin der Gedenkstätte Zwangslager Marzahn, Petra Rosenberg, geben.

Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen e..V. | Franz-Mehring-Platz 1 | 10243 Berlin |
berlin@vvn-bda.de | https://berlin.vvn-bda.de

Am 04.Juli in Erfurt widersetzen | Gegen den Bundesparteitag der AfD!

1. Juni 2026

Fahrt mit im Bus der Berliner VVV-BdA!

Infoveranstaltungen der Berliner VVN-BdA e.V.

Weitere Infos zu widersetzen >>>

Freitag | 5. Juni 2026 | 20.00 Uhr
Wahlkreisbüro Stella Merendino
Usedomer Str. 32, 13355 Berlin- Wedding

Dienstag | 23.Juni 2026 | 19.00 Uhr
BAIZ – Kultur- und Schankwirtschaft
Schönhauser Allee 26a, Berlin Prenzlauer Berg

Am 4. Juli 2026 will die AfD ihren Bundesparteitag in Erfurt abhalten. Dagegen mobilisiert das bundesweite Bündnis „Widersetzen“. Bereits in Essen, Riesa und Gießen wurde gezeigt, dass massenhafter ziviler Ungehorsam Veranstaltungen der AfD über Stunden hinweg lahmlegen kann. Das Bündnis setzt auf diese bewährte Strategie: Jeder leere Stuhl, jede verhinderte Redezeit schwächt das Selbstvertrauen der rechten Delegierten und macht den gesellschaftlichen Gegenwind spürbar. Auch aus Berlin werden wieder dutzende Busse zu den Blockaden fahren und diesen Tag zu einem erfolgreichen antifaschistische Event machen.
Die Infoveranstaltungen informiert über die geplanten Proteste und die Situation vor Ort. Es wird die Möglichkeit geben Bustickets zu kaufen. 

Die Veranstaltungen werden von der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen) Berlin durchgeführt. 

Siamo Tutti Antifascisti!

Die Berliner Sparkasse lenkt ein – der BdA Treptow e.V. erhält ein Vereinskonto

25. April 2026

BdA Treptow e. V.: „Nobanking” abgewendet, Sparkasse stellt Vereinskonto zur Verfügung
Der Protest hat Wirkung gezeigt

Es war eine aufregende Woche für den Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow e.V. Am Freitag, 17. April, hatte seine Vorsitzende, Dr. Ellen Händler, eine E-Mail vom VereinsCenter der Berliner Sparkasse erhalten. Es teilte in einem Dreizeiler mit, dass die Berliner Sparkasse „Ihrem Wunsch auf Eröffnung eines Vereinskontos in unserem Hause leider nicht entsprechen“ könne und den Zusatz: „Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen – entsprechend den Gepflogenheiten des deutschen Kreditgewerbes – die Gründe für unsere Entscheidung nicht mitteilen.“

Der Protest hat Wirkung gezeigt

Der BdA Treptow e. V. hatte – zeitgleich mit dem Landesverband Berliner VVN-BdA e. V. und den Kreisvereinigungen BdA Weißensee/Hohenschönhausen e. V. sowie VVN/VdA e. V. (ehemals Westberlin) – im Januar die Kündigung zum 31. März für ihr Konto bei der Postbank erhalten. Unverzüglich erkundigte sich der Vorstand des BdA Treptow nach einem Vereinskonto bei der Berliner Sparkasse. Die dortige Mitarbeiterin klang sehr zuversichtlich, und bis zum 26. Februar hatten die vier Vorstandsmitglieder alle Fragen ordnungsgemäß beantwortet, alle Papiere und Vereinsunterlagen einschließlich des Auszugs aus dem Transparenzregister übergeben.

Dann geschah – nichts. Ellen Händler versuchte mehrfach erfolglos, den Stand der Prüfung telefonisch zu erfragen. E-Mails wurden geschrieben, auf die Dringlichkeit hingewiesen und darauf, dass die Prüfung unverständlicherweise schon bald zwei Monate andauere. Seit dem 1. April war der BdA Treptow e.V. nun ohne Konto. Dann platzte die Bombe.

Was tun? Der Vorstand des BdA Treptow entschied sich sofort dafür, diese Entscheidung nicht hinzunehmen. Der VVN-BdA-Landesvorstand und sein Geschäftsführer, die Linke Treptow-Köpenick, Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD), Dr. Gregor Gysi als der gewählte Bundestagsabgeordnete – sie alle wurden informiert und um Unterstützung, insbesondere um Fürsprache beim Vorstand der Berliner Sparkasse, gebeten. Immerhin ist der seit 36 Jahren existierende und als gemeinnützig anerkannte BdA Treptow ein geschätzter Akteur im bezirklichen „Bündnis für Demokratie, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“, er koordiniert die Stolpersteinverlegungen im Bezirk, und in seinen Reihen zählt er viele Mitglieder, die Naziverfolgte oder deren Nachkommen sind.

Der BdA Treptow legte Widerspruch gegen die Entscheidung bei der Berliner Sparkasse ein, die Berliner VVN-BdA veröffentlichte eine Pressemitteilung, nd und taz berichteten.

Juristische Schritte wurden in Erwägung gezogen, sollte die Entscheidung nicht rückgängig gemacht werden. Und: BdA Treptow, der Bezirksvorstand der Linken und die Berliner VVN-BdA riefen für Freitag, den 24. April, zu einer Kundgebung vor der Zentrale der Berliner Sparkasse am Alexanderplatz auf.

Was immer den Ausschlag gegeben haben mag – oder alle Maßnahmen zusammen: Am Donnerstag, 23. April nachmittags, erhielt der BdA Treptow einen Anruf und eine E-Mail der Berliner Sparkasse, in der sie mitteilte, dass nach umfassender Prüfung, „alle rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben erfüllt sind und … der Vereinszweck mit unserer werteorientierten Ausrichtung vereinbar ist“. Das gewünschte Vereinskonto könne eröffnet werden. Die Berliner Sparkasse entschuldige sich für „die entstandenen Irritationen und die verzögerte Kommunikation“ und freue sich auf die künftige Zusammenarbeit.

Der BdA Treptow e.V. dankte allen Unterstützer*innen, allen voran Bürgermeister Igel, für die erwiesene Unterstützung. Die angekündigte Kundgebung am 24. April fand statt. Etwa 70 Teilnehmende feierten den Erfolg.

Wieder einmal bestätigte sich die alte Weisheit: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Die Berliner Sparkasse verweigert dem Bund der Antifaschist*innen Treptow (VVN-BdA) Kontoeröffnung  – Nach Debanking jetzt „Nobanking“?

20. April 2026

Pressemitteilung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. [Berliner VVN-BdA e.V.] Berlin den 20.4.2026

Dem Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (BdA) Treptow ist an Freitag, 5 Wochen nach Beantragung eines neuen Vereinskontos,  die Eröffnung von der Berliner Sparkasse verweigert worden. Eine Begründung dafür nannte das Vereinscenter der Berliner Sparkasse  „entsprechend den Gepflogenheiten des deutschen Kreditgewerbes“ in einer dreizeiligen Mail nicht. Der Vorstand des BdA Treptow legte beim Vorstand der Berliner Sparkasse Einspruch ein und wird juristisch gegen diese vorgehen, sollte dies nötig sein. 

Zuvor hatte die Postbank, Tochter der Deutschen Bank und von 1933-1945 in NS-Verbrechen verstrickt,  der Vereinigung, der auch etliche Nachfahr*innen von Opfern des Holocaust und weitere Verbrechen des NS-Regimes angehören, Anfang des Jahres ohne Angabe von Gründen das Vereinskonto gekündigt. Ab 1.Mai steht unsere Bezirksorganisation BdA Treptow, wenn die Berliner Sparkasse nicht einlenkt,  jetzt ohne Vereinskonto da. 

Der Bürgermeister des Bezirks Treptow Oliver Igel (SPD) nannte die Verweigerung der Berliner Sparkasse „sehr unerfreulich“ und will sich persönlich an die Sparkasse wenden. Auch Dr Gregor Gysi, seine Eltern wurden als Verfolgte des NS-Regimes lange vom BdA Treptow betreut, wird sich bei der Sparkasse und in der Berliner Politik für den BdA Treptow einsetzen.

Das bedeutet, dass die Vereinsarbeit erheblich behindert wird. Jede*r kann sich ausmalen, was es bedeutet kein Konto zu besitzen. Die Berliner Sparkasse schädigt damit nicht nur die Betreuung der Nachkommen der Opfer des NS-Regimes, sondern auch die äußerst aktive Zivilgesellschaft im Bezirk Treptow in erheblichen Maße.   Dr. Ellen Händler, Vorsitzende des BdA Treptow, sie hat 80 Verwandte  durch die Shoa verloren, ihr Vater konnte den Nazis nur knapp durch einen Kindertransport nach England entkommen, schildert einen Aspekt der Verweigerung der Berliner Sparkasse  –  »Wir sind die Koordinierungsstelle für Stolpersteine im Bezirk, dafür benötigen wir ein Konto, weil wir sonst keine Spenden von Überlebenden oder Hinterbliebenen z.B. aus dem Ausland annehmen können“- der für vieles weitere steht. Der BdA Treptow ist seit Jahrzehnten einer der aktivsten Akteure für antifaschistische Erinnerungspolitik und Demokratiebildung, im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus im Bezirk, mit einen stets wachen Blick auf die Rechtsentwicklung im Bezirk und hat stetig darauf hingewirkt, diesen zurück zu drängen, immer in einem engen Bündnis mit der demokratischen Zivilgesellschaft im Bezirk. Überdies ist die Arbeit des BdA Treptow staatlich als gemeinnützig anerkannt.

 Nicht zuletzt sind viele,  gerade betagte Mitglieder des BdA Treptow, entsetzt und bedrückt über die Zurückweisung und Missachtung ihres Lebenswerkes durch die Sparkasse, gerade in Zeiten, in denen die rasante Rechtsentwicklung und die steigenden Wahlergebnisse der AfD an die Verhältnisse gegen Ende der Weimarer Republik erinnern.

Wir wissen nicht warum die Berliner Sparkasse die Kontoeröffnung verweigert, stellen das „Nobanking“ aber in Zusammenhang mit den zahlreichen „Debanking“- Fällen gegen fortschrittliche Vereine der letzten Zeit. Allein In Berlin sind in den letzten Monaten dem Berliner Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) sowie dem Kreisverband Weißensee-Hohenschönhausen und VVN-VdA (ehemals Westberlin) die Konten gekündigt worden.

 Wir fordern die Berliner Sparkasse auf,  ihre Entscheidung zu überdenken, diesen Skandal zu beenden und sich nicht in das konservative Rollback gegen engagiertes antifaschistisches, demokratisches Engagement und eine lebendige  Erinnerungspolitik einzureihen. Die Berliner Sparkasse ist auch ein Instrument der Grundversorgung der Berliner Bevölkerung – diesem Auftrag hat sie nachzukommen.

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