PM, 25.1.2020: „Stilles Gedenken“ an NS-Opfer in Marzahn-Hellersdorf geht im Polizeihundegebell unter

25. Januar 2020

Presseerklärung der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. [Berliner VVN-BdA e.V.]

„Stilles Gedenken“ an NS-Opfer in Marzahn-Hellersdorf geht im Polizeihundegebell unter

Polizei eskortiert AfD zum Gedenkort und schließt NS-Opfer und Nachfahren aus

Das war kein Stilles Gedenken an die NS-Opfer, das war ihre Verhöhnung!

Das Gedenken an die ermordeten Zwangsarbeiter*innen an der Stele auf dem Parkfriedhof-Marzahn – Einlader*innen war die BVV-Marzahn- Hellersdorf und der Heimatverein – wurde durch die Teilnahme von Vertreter*innen der AfD aus BVV und Abgeordnetenhaus ad absurdum geführt, gestört und entwürdigt.

Die Polizei schleuste in einer von langer Hand geplanten Aktion die Teilnehmer*innen der AfD unter Polizeischutz über einen Nebeneingang des Friedhofs zum Gedenkort.

Den Teilnehmer*innen einer antifaschistischen Kundgebung von VNN-BdA und der Kiezgruppe Marzahn, die vor dem Friedhof mit etwa 150 Personen gegen die heuchlerische und die NS-Opfer und ihrer Nachfahren zutiefst beleidigende Teilnahme der AfD an dem Gedenken demonstriert hatten, wurde zunächst durch die Polizei der Zuritt zum Friedhof verwehrt. Auf der Kundgebung hatte Dr. Hans Coppi, Sohn der ermordeten Mitglieder der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ Hans und Hilde Coppi, sein Unverständnis und seinen Schmerz über die Einladung der AfD Ausdruck gegeben und dazu aufgerufen, die Demokratie und das Gedenken gegen Rassist*innen, Antisemit*innen und Neonazis zu verteidigen. Auch Vertreter*innen der demokratischen BVV-Fraktionen mussten zunächst vor verschlossenen Friedhofstoren warten. Erst als die Polizei die AfD-Vertreter*innen zum Gedenkort geleitet hatte – sie waren die ersten Personen, die dort eintrafen – und ihre Hundeführer postiert hatte, wurden die Friedhofstore auch für andere Teilnehmer*innen geöffnet. Am Gedenken konnten trotzdem nur wenige Menschen teilnehmen. Die Polizei blockierte den Zugang zur Gedenkstele und ließ nur ausgewählte Personen passieren. Mehreren überlebenden Naziverfolgten, Angehörigen und Nachkommen wurde die Teilnahme handgreiflich verwehrt, sie wurden teils rabiat zurückgeschubst, als sie an den Polizist*innen vorbeigehen wollten. Die Eltern starben in der Hinrichtungsstätte Plötzensee, die Verwandten im Ghetto Riga, litten im KZ-Ravensbrück, waren in die Emigration getrieben worden– ihre Stimmen waren nicht erwünscht? Antifaschist*innen müssen draußen bleiben?

Wir müssen feststellen, dass es die Organisator*innen des Stillen Gedenkens, die Politiker*innen von Land, Bezirk, Bund und der Heimatverein trotz der Sensibilisierungsversuche im Vorfeld vorzogen, mit der AfD gemeinsam zu gedenken, während Angehörige und Nachkommen von Opfern des Faschismus, interessierte Bürger*innen und Antifaschist*innen ausgeschlossen wurden.

Wir fragen, wer war bei den Organistor*innen des „Stillen Gedenkens“, in der BVV, im Innensenat, und bei der Berliner Polizei für diesen Einsatz verantwortlich? Und wer macht sie verantwortlich?

Wir bleiben dabei – Kein Gedenken an die Opfer der NS zusammen mit der AfD!

P.S: Die AfD wird in den nächsten Tagen an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen wollen – laden Sie sie aus!

Berliner VVN-BdA e. V.

Berlin, den 25. Januar 2020

— Markus Tervooren | Geschäftsführer Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. [Berliner VVN-BdA e.V.] Magdalenenstraße 19 10365 Berlin Tel.: +49 (0)30 55 57 90 83-0 Fax: +49 (0)30 55 57 90 83-89 http://berlin.vvn-bda.de

Nach 75. Jahren: Veranstaltungen zum 27. Januar 2020 / Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus / Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

24. Januar 2020

Am 27. Januar 1945, vor 75. Jahren befreite die Rote Armee  das deutsche Vernichtungslager Auschwitz. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus/ Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust finden in Berlin erfreulich zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Viele aber sicherlich nicht alle, darunter natürlich die Veranstaltungen der verschiedenen Gliederungen VVN-BdA, aber auch viele andere haben wir hier aufgelistet.

Empfehlen möchten wir euch auch die Eröffnung der Ausstellung Genozid an Rom*nja in der Ukraine 1941-1944, die am 28. Januar um  18.30 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin sein wird. Im Regenbogen-Kino in Kreuzberg wird am 27.Januar 2020 um 20.00 Uhr der Film HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN gezeigt.

Requiem für Auschwitz heißt am 26. Januar 2020 ein Konzert im Berliner Dom. Mitwirkende sind die Roma und Sinti Philharmoniker unter Leitung von Riccardo M Sahiti und das Synagogal Ensemble Berlin unter Leitung von Regina Yantian. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich.

In einem offenen Brief „Am 27. Januar – Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!“ haben wir wie im vergangenen Jahr die Berliner Politiker*innen dazu aufgefordert, die AfD von den Gedenkveranstaltungen auszuladen und diese Bitte dieses Jahr wiederholt. Wir sind gespannt auf die Reaktionen.

Hier ist er zu lesen: https://berlin.vvn-bda.de/2020/01/update-2020-offener-brief-am-27-januar-kein-gedenken-an-die-opfer-des-naziregimes-zusammen-mit-der-afd/

In Marzahn-Hellersdorf gibt es am 25. Januar 2020 gleich zwei Einladungen dazu,  gegen die Teilnahme der Vertreter*innen der AfD zu protestieren, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Aufruf der Kiezgruppe gegen Rassismus Marzahn und der Bezirksorganisation  Marzahn-Hellersdorf der VVN-BdA e.V. 

Antifaschistisches Gedenken in Marzahn- Hellersdorf – Geht nur ohne die AfD!  – Aufruf unabhängiger antifaschistischer Gruppen

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Eure Berliner VVN-BdA

Zu den Terminen

Nach 75. Jahren: Veranstaltungen zum 27. Januar 2020 / Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus / Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust weiterlesen »

Presseerklärung: Am 27. Januar: Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!

22. Januar 2020

Presseerklärung der Berliner VVN-BdA

Am 27. Januar: Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!

Keine Lösung in Sicht?

In Marzahn-Hellersdorf halten BVV und Heimatverein Teilnahme der AfD aufrecht

Am 27. Januar 1945, vor 75 Jahren, wurde das deutsche Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Seit 1996 ist in Deutschland der 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. 2005 wurde er von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt.

Anlässlich des 27. Januar erklärt die Berliner VVN-BdA dazu:

Seit einigen Jahren versucht die AfD verstärkt, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen, um sie für sich zu vereinnahmen und für ihre Normalisierungsstrategie, nämlich eine Partei wie jede andere zu sein, zu nutzen. Für uns ist die Beteiligung der Partei der Nationalist*innen, Rassist*innen und Antisemit*innen eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust und ihrer Angehörigen.

Die Berliner VVN-BdA hatte sich im Januar 2019 anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus/Internationalen Holocaust-Gedenktages in einem Offenen Brief „Am 27. Januar: Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!“ an die Berliner demokratischen Politiker*innen auf Landesebene, die Bezirksbürgermeister*innen, die demokratischen Stadträt*innen und BVV-Fraktionen, an alle, die bezirkliche und städtische Gedenkveranstaltungen ausrichten, gewandt. Er wurde von zahlreichen Überlebenden des Naziregimes und Nachfahren von Opfern des deutschen Faschismus unterzeichnet. Hier ist er mit einem kurzen Aktualisierung für das Jahr 2020 nachzulesen:

https://berlin.vvn-bda.de/2020/01/update-2020-offener-brief-am-27-januar-kein-gedenken-an-die-opfer-des-naziregimes-zusammen-mit-der-afd/

Am Ende findet sich auch die lange Liste der Unterstützer*ìnnen.

Trotz aufgeregter Diskussionen um die Proteste im vergangenen Jahr – zahlreiche Teilnehmer*innen der Gedenkveranstaltung auf dem Parkfriedhof Marzahn-Hellersdorf hatten durch eine kurzfristige Blockade das Ablegen eines Kranzes durch die AfD verhindert – soll das diesjährige Gedenken am 25. Januar 2020 um 11.00 Uhr auf dem Parkfriedhof laut BVV und Heimatverein unverändert stattfinden. In anderen Bezirken, ja bundesweit, ist es sicherlich nicht viel anders. Presseerklärung: Am 27. Januar: Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD! weiterlesen »

Update 2020 / Offener Brief „Am 27. Januar – Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!“

14. Januar 2020

14. Januar 2020

Ein Jahr ist vergangen – nichts ist passiert und das ist entäuschend.

Im Januar 2019 haben wir anlässlich des internationalen Holocaust Gedenktages / Tag der Opfer des Faschismus  untenstehenden offenen Brief, Am 27. Januar – Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!, der sich an die Berliner demokratischen Politiker*innen auf Landesebene, die Bezirksbürgermeister*innen, die demokratischen Stadträt*innen und BVV-Fraktionen, an alle, die bezirkliche und städtische Gedenkveranstaltungen ausrichten, richtete, veröffentlicht.

Er wurde von zahlreichen Überlebenden des Naziregimes und Nachfahren von Opfern des deutschen Faschismus unterzeichnet. Sie brachten zum Ausdruck, wie schmerzhaft und unerträglich für sie die Teilnahme von Vertreter*innen der AfD an den Gedenkveranstaltungen an die Befreiung der letzten überlebenden Häftlingen des Vernichtungslager Auschwitz ist. Einige von Ihnen sind mittlerweile verstorben.
Update 2020 / Offener Brief „Am 27. Januar – Kein Gedenken an die Opfer des Naziregimes zusammen mit der AfD!“ weiterlesen »

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