9. September 2018 | Tag der Erinnerung und Mahnung 2018 – Kein Schlussstrich!

22. August 2018

Tag der Erinnerung und Mahnung, der zweite Sonntag im September
Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg

am Sonntag, dem 9. September 2018, 11 bis 19 Uhr

11.00 | Auftaktkundgebung „Kein Schlussstrich“ am Abgeordnetenhaus von Berlin,
es reden u.A. Martina Renner(MdB), Cansel Kiziltepe(MdB)und die NSU-Nebenklageanwältin  Antonia von der Behrens

12.00 | Antifaschistischer Fahrradkorso, vorbei an Stätten von Verfolgung und Widerstand

14.00 | Fest der Begegnung im Begegnungszentrum DTK Wasserturm in Kreuzberg
Kopischstraße 7, 10965 Berlin, U-Bhf. Platz der Luftbrücke, U-Bhf. Gneisenaustraße, Bus 341, 104, 119

15.00 Uhr | Öffentliches Gespräch – „Kein Schlussstrich –  NSU-Untersuchungsausschuss auch in Berlin“
Mit  Sabine Seyb (reachout), June Tomiak (Bündnis 90/Die Grünen , MdA Berlin),
Anne Helm (LINKE, MdA Berlin),  Oliver Gaida (Ko-Vorsitzender im Fachausschuss Strategien gegen rechts der Berliner SPD. | Moderation Fritz Burschel (RLS)

Außerdem:
Monotoring Antiromanismus mit Soja Kosche | Gedenkort NS-Zwangsarbeit Bockbrauerei | Infotische befreundeter Initiativen | Antifa-Café  mit leckerem Kuchen | Grill | Afrikanisches Essen(Menage a trois), Soundsystem Lucha amada! facebook

 

Kein Schlussstrich!

Überlebende der Konzentrationslager und Zuchthäuser begründeten im Jahr 1945 die Tradition, im September der Opfer des Faschismus zu gedenken. In den letzten Jahren haben sie ihr Vermächtnis in unsere Hände gelegt. Im Jahr 2018 begehen wir den Gedenk -und Aktionstag, wie seit vielen Jahren, am 2. Sonntag im September mit einer antifaschistischen Kundgebung.

Das Motto „Kein Schlussstrich“ haben wir den zahlreichen Kampagnen zum NSU-Komplex entlehnt und durch unsere Forderung an die Berliner Mitglieder des Abgeordnetenhauses auch in Berlin endlich einen Parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschuss einzurichten, ergänzt.

Die Forderung nach Gerechtigkeit und Aufklärung der nazistischen Verbrechen ist die Forderung der Angehörigen der durch den NSU Ermordeten heute und war die Forderung der Naziverfolgten und ihrer Angehörigen 1945.

Heute lesen wir die Namen Enver Simsek oder Mehmet Turgut auf den Schildern der Demonstrant*innen, 1945 forderten Antifaschist*innen Aufklärung über die Morde an Willy Scheer oder Arthur Illgen und allen anderen Opfern des Faschismus.

Die Opfer des Naziregimes und ihre Angehörigen hatten die Hauptlast und -initiative zur Aufklärung der Verbrechen des deutschen Faschismus zu tragen. Die Mehrheitsgesellschaft, das Täter*innenkollektiv sehnte sich nach einem Schlussstrich, verdrängte die Schuld und lehnte die eigene Verantwortung für den millionenfachen Mord ab. Die Verantwortung wurde auf eine kleine, eingegrenzte und pathologisierte Täter*innengruppe abgeschoben – Hitler, die NSDAP, die SS.

Heute folgen die Gesellschaft und die Behörden Deutschlands eingeübten Verhaltensweisen ihrer jüngeren Geschichte. ie Betroffenen des NSU-Terrors haben große Hoffnungen in den Prozess gesetzt. Sie wollen wissen, warum ihre Angehörigen sterben mussten und wer den NSU an den Tatorten unterstützte. Sie erwarten Aufklärung über die Verstrickungen von Verfassungsschutz und Polizei in den NSU-Komplex.

All das hat der Prozess in München nicht geleistet. Die betroffenen Nebenkläger*innen und ihre Anwält*innen haben immer wieder versucht, diese Aspekte in den Prozess hineinzutragen. Die Bundesanwaltschaft hält dagegen bis zum Ende an ihrer – widerlegten – These vom NSU als “isoliertem Trio” fest. Viele Fragen zu den Taten des NSU, zum Netzwerk und der Rolle der Behörden wurden im Münchner Prozess nahezu systematisch ausgeklammert und sind bis heute nicht aufgeklärt.

Der anschwellende „Aufarbeitungsstolz“ und das Selbstlob wie auch die staatliche Gedenk- und Identitätspolitik zielen auf nationale Selbstvergewisserung. Zugleich mehren sich Angriffe von Rechtspopulisten und Neonazis auf Flüchtlinge und ihre Helfer*innen und auch auf Stolpersteine, Denkmäler, Gedenkstätten und die gegen viele Widerstände errungene Erinnerungskultur.
Gerade der mit dem Holocaust und zahlreichen, längst noch nicht „aufgearbeitete“ NS-Menschheits­verbrechen begangene Zivilisationsbruch fordert dazu heraus, das Erinnern an die NS-Vergangenheit immer wieder aufs Neue zu einer Quelle gesellschaftlicher „Selbstbeunruhigung“ zu machen.
Damit kann sie zum Ausgangspunkt einer kritischen Reflexion der Gegenwart werden.

Geschichts­bewusstsein benötigt das Wissen um das Geschehene und den vergleichenden Blick auf das Heute: Was ist da ähnlich?

Die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschist*innen {VVN-BdA], ist als unabhängige und überparteiliche Institution dem Andenken an die Verfolgten des Faschismus und den Widerstandskämpfer*innen verpflichtet.

Ihr Schwur ist uns Mahnung: Nie wieder Faschismus und Krieg!

August 2018, Berliner VVN-BdA e.V.

>>> Das Programm / Flyer  ist jetzt als PDF-Dokument erhätlich: Klick

>>> Der Aufruf ist jetzt als PDF-Dokument erhätlich: Klick

>>> Geschichte des OdF-Tages zum Herunterladen  – Download

>>> Die Broschüre „20 Jahre TdM“ ist hier als PDF-Dokument erhältlich: Klick

Kontaktbüro:
c/o Berliner VVN-BdA
Madalenenstraße 19, 10365 Berlin
Tel: (030) 55 57 90 83-0
Fax: (030) 55 57 90 83-9
E-Mail:berlin@vvn-bda.de

Spendenkonto:
Berliner VVN-BdA
Postbank Berlin
Kto-Nr: 315904105
BLZ: 10010010
IBAN: DE 18 1001 0010 0315 9041 05
BIC: PBNKDEFF

Verwendungszweck: Tag der Mahnung

Spendenquittung auf Wunsch

Neonazis sind lediglich Arschlöcher (Innensenator Geisel)

22. August 2018

Liebe Freundinnen und Freunde,

nein liebe Freund*innen, ich werde jetzt nicht meine ganze Wut über den rot,rot, grünen Berliner Senat und den Neonaziaufmarsch vom Wochenende rauslassen, bin ja Realist*in. Neonazis sind ja lediglich Arschlöcher, prügelnde Polizist*innen Verteidiger*innen des Grundgesetzes und Neonaziaufmärsche wichtiger Bestandteil der demokratischen Meinungsbildung. Verurteilte Holocaust -Leugner müssen natürlich von der Polizei zum Heßmarsch gefahren werden, am Bahnhof Lichtenberg wird die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt, dass protestierende Antifaschist*innen „menschlicher Unrat am Straßenrand“ sind. Na klar, die Polizei hat sie ja schließlich dorthin verbannt. Danke Herr Innensenator, danke liebe Regierungsparteien für euren Einsatz. Der Polizeiführung sei für die Koordination der beiden Neonazis-Hessmärsche gedankt, S-Bahn und BVG für deren Transport. Das nenne ich mal bürgernah. Bitte bereut nichts! Heß hat es schließlich auch nicht getan.

Mal im Ernst, wer gibt diesen Menschen mal Unterricht in Demokratie, Menschenrechten und Antifaschismus? Geschichtsnote 6, Betragen ungenügend, Solidarität (z.B. mit den Opfern der alten und neuen Nazis) ein Fremdwort.

Berliner VVN-BdA,  nach den Neonaziaufmärschen am 18. August 2018 in Berlin

Mit Tischen, Stühlen und Kaffeekanne für das Café Sibylle!

9. August 2018

Kundgebung:
Mit Tischen, Stühlen und Kaffeekanne für das Café Sibylle!

Montag | 20. August 2018 | 18.30 Uhr | Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72 – 10243 Berlin

Nicht nur uns fehlt das Café Sibylle, auch vielen Anwohner*innen, Künstler*innen, Autor*innen und Vereinen fehlt das Café als Treffpunkt und Veranstaltungsort. Hunderte gut besuchte Veranstaltungen fanden in den vergangenen Jahren hier statt.

Allein die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten hat hier 100 antifa jours fixes mit zahlreichen Referent*innen und Musiker*iinnen aus dem
In-und Ausland veranstaltet.

Wir haben Bezirkspolitiker*innen und den zuständigen Stadtrat eingeladen, um uns über die Bemühungen zur Wiedereröffnung des Café Sibylle zu informieren.
Wir sind gespannt, wer kommen wird.

Kaffee, Kuchen und Stühle sind willkommen!

Antifa Jour Fixe der Berliner VVN-BdA

Immer am 3. Montag des Monat
Immer im Café Sibylle
Immer um 18.30 Uhr

 

https://www.facebook.com/events/2150205975250020/

NS(U) – Verherrlichung stoppen, Rudolf-Hess-Marsch in Spandau blockieren!

7. August 2018

Neonazi- „Gedenkmarsch“ für Hitlerstellvertreter  am 18. August 2018 in Spandau verbieten!

NS(U) – Verherrlichung stoppen, Rudolf-Heß -Marsch in Spandau  blockieren!

Die Route der Neonazis muss veröffentlicht werden.

Samstag, 18. August 2018, 11.00 Uhr, Bahnhof Spandau, Demonstration „Keine Verehrung von Naziverbrechern“ vom Spandauer Bündnis gegen Rechts

Weiteres auch unter:

Für Rudolf Hess findet sich übrigens ein eigenes Kürzel. Als StdF wurde der „Stellvertreter des Führers“ bezeichnet.

Würden Neonazis aus Deutschland und ganz Europa in Gedenken an Adolf Hitler demonstrieren wollen, so würde dies zweifelsohne verboten. Warum dies für einen Marsch zu Ehren seines Stellvertreters Rudolf Heß nicht gilt, ist der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist*innen seit den ersten Veranstaltungen dieser Art vor 30 Jahren in Rätsel.

Dass Rudolf Heß ein überzeugter Nationalsozialist war, hat er vor dem Nürnberger Kriegsverbrecher Tribunal zum Ausdruck gebracht: Ich bereue nichts. Das war auch auf dem Leittransparent Transparent der Neonazis im vergangenen Jahr in Spandau zu lesen. Gibt es da noch Fragen?

Die Mitglieder des NSU-Terrornetzwerks Ralf Wohlleben und André Eminger wurden vor kurzem in München aus der Haft entlassen, auch sie bereuen nichts. Ob sie in Spandau auftauchen wissen wir nicht, Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe werden aus bekannten Gründen nicht erscheinen. Sie alle waren regelmäßige Teilnehmer*innen der verschiedenen Heß-Aufmärsche und Aufmarschversuche der neunziger Jahre, gleiches gilt für alle Mitglieder des NSU-Terrornetzwerkes, der Skinheads Sächsische Schweiz, des Thüringer Heimatsschutzes, Blood and Honour. Der Verfassungsschutz dürfte einige Busreisen mitfinanziert haben. Heute sind sie in den Freien Kameradschaften, im 3.Weg, der Rechten, in der NPD organisiert. Wer also das NSU-Netzwerk sehen will, sollte am 18. August nach Spandau kommen.

Wir fordern Innensenator Andreas Geisel auf, ein Verbot dieser offenen, nationalsozialistischen Versammlung in die Wege zu leiten. „Die demokratische Grundordnung gilt leider auch für Arschlöcher“ haben sie letztes Jahr gesagt. Aber ist auch die offene Verherrlichung von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus und Wegbereitern des Holocaust durch sie geschützt?

Und gilt sie nicht für die alten und neuen Opfer von Rassismus und Antisemitismus, für die Angehörigen der Opfer des NSU, die diese NSU-Unterstützer, die ihre Würde mit Füßen treten, nicht auf der Straße sehen wollen?

Letztes Jahr haben tausende antifaschistisch und demokratisch denkende Menschen die Route der Neonazis blockiert. Wir denken, das werden sie dieses Jahr wieder tun. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist*innen begrüßt dies ausdrücklich und fordert dazu auf dies zu tun, sollte der Neonazi-Aufmarsch nicht verboten werden.

Wir fordern zudem, dass die Route der Neonazis frühzeitig veröffentlicht wird Die Geheimhaltungspolitik der Berliner Polizei darf legitimen demokratischen Protest nicht behindern!

Und nicht zuletzt fordern wir einen Parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschuss auch für Berlin!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Berliner VVN-BdA, 7.August 2018

 

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