Unterstützung zurückgezogen

25. März 2026

Es freut uns, dass der Vorstand unserer Kreisvereinigung VVN-VdA (ehemals Westberlin) nach deutlicher Kritik verschiedener Seiten die Unterstützung der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ zurückzieht.

Als einzige Gliederung der VVN-BdA bundesweit und in Berlin hatte der Vorstand der ehemals Westberliner VVN-VdA, einer Untergliederung der Berliner VVN-BdA, ein skandalöses Statement der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ unterschrieben. Das Dokument, in dem die Gedenkstätte Buchenwald wegen angeblichem Geschichtsrevisionismus und „Genozidleugnung“ angegriffen wird, hatte in der Berliner und bundesweiten Mitgliedschaft der VVN-BdA (Stellungsnahme der Berliner VVN-BdA), in der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. und der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/ Freundeskreis e.V. . “ (Stellungsnahme LAG), bei Angehörigen von Buchenwald-Häftlingen sowie in zivilgesellschaftlichen Organisationen besonders in Thüringen zu Verwunderung, Empörung und scharfer Kritik geführt.
Unser Mitglied, die Vorsitzende des BdA Treptow Dr. Ellen Händler, verfasste eine persönliche Stellungnahme an den Vorstand der VVN-VdA, in der sie die Rücknahme der Unterschrift forderte (Protestbrief Ellen Händler).
Auf der Landesdelegiertenkonferenz der Berliner VVN-BdA am 14. März 2026 verabschiedeten die Berliner Delegierten nach kontroverser Diskussion einen Initiativantrag „Solidarität mit Nachkommen von Häftlingen des KZ Buchenwald, mit der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und mit der Gedenkstätte Buchenwald!“. Darin heißt es:
Die Berliner VVN-BdA e. V. verurteilt die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ und fordert alle ihre Mitglieder auf, diese Kampagne nicht zu unterstützen. Den Vorstand unserer Untergliederung VVN-VdA fordern wir auf, seine Unterstützung zurückzuziehen. (…) Wir weisen den Vorwurf des Geschichtsrevisionismus gegenüber der Gedenkstätte Buchenwald zurück. Wir solidarisieren uns mit dem Personal der Gedenkstätte und ihrem Leiter, Prof. Jens- Christian Wagner, die seit vielen Jahren geschichtsrevisionistischen und extrem rechten Angriffen, etwa seitens der AfD, die Stirn bieten. … (zum Beschluss >>>)

Der Vorstand des VdA hat jetzt darauf reagiert und seine Unterstützung zurückgezogen. Auf der Internetseite des VdA ist zu lesen: „Aufgrund der eindringlichen Bitte und Aufforderung der Kameradin Ellen Händler auf der Landesdelegiertenkonferenz der Berliner VVN-BdA ziehen wir unsere Unterschrift unter den Aufruf ‚Kufiyahs in Buchenwald‘ zurück. (…) Eine weitere Eskalation … lenkt von den wirklichen Aufgaben der AntifaschistInnen ab, nicht zuletzt auch in der Solidarität mit dem palästinensischen Volk.“

Der Vorstand der Berliner VVN-BdA begrüßt die Entscheidung des Vorstandes der VVN-VdA und wertet sie als einen Schritt auf dem Weg zu  sachlich-solidarischen Diskussionen sowie antifaschistischer Bündnis- und Handlungsfähigkeit. Wir erwarten, dass die VVN-VdA ihre Zusicherung einhält, bei der Mobilisierungsveranstaltung am 27. März für die Mahnwache der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ am 12. April anlässlich der Befreiungsfeierlichkeiten in der Gedenkstätte Buchenwald nicht auf dem Podium vertreten zu sein. Bereits während der Delegiertenkonferenz angeregte Gespräche zwischen den Vorständen der Berliner VVN-BdA und der VVN-VdA, auch unter Beteiligung von Ellen Händler, sollten unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme durchgeführt werden.

Unsere Landesdelegiertenversammlung 2026

24. März 2026

Gut 50 Delegierte aller Bezirks- und Basisorganisationen der Berliner VVN-BdA kamen am Samstag, dem 14. April 2026, im Sitzungsaal der Bezirksverordnetenversammlung Pankow zur ordentlichen Landesdelegiertenversammlung, die im zweijährlichen Rhythmus stattfindet, zusammen.

Nach Grußworten von unserer Bundesvorsitzenden Conny Kerth, Bärbel Schindler Saefkow, Tochter der Widerstandskämpfer*innen Anton und Aenne Saefkow und langjährige Generalsekretärin des Internationalen Ravensbrück Komitees und der VVN-BdA Brandenburg, wurde als Auftakt gemeinsam das Moorsoldatenlied gesungen.

Es übrigens gab ein kleines Presseecho. Es findet sich am Ende.

Das sicherlich wichtigste Ergebnis – unser „alter“ Vorstand wurde entlastet, seine bisherigen Mitglieder wiedergewählt und um zwei neue Vorstände auf sieben Personen erweitert. Unser jüngstes Vorstandsmitglied ist jetzt 24 Jahre alt. Zusammen ist das eine gute Basis, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Mit jeweils großer Mehrheit, aber auch teils erregten und Kontoversen und Diskussionen wurden das Aktionsprogramm für die kommenden 2 Jahre und folgende Anträge und Initiativanträge verabschiedet:

  • Antifaschismus heißt: Menschenrechte und Demokratie verteidigen, AfD-Verbot
    jetzt!
    (Aktionsprogramm 2026/27 der Delegiertenversammlung der Berliner VVN-BdA)weiterlesen >>>

  • Initiativantrag und Beschluss „Solidarität mit Nachkommen von Häftlingen des KZ Buchenwald, mit der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und mit der Gedenkstätte Buchenwald!“weiterlesen >>>

  • Initativantrag und Beschluss „Für antifaschistische Bündnis- und Handlungsfähigkeit sowie sachlich-solidarische Diskussionen! Antrag >>> und Beschluss >>>

  • Beschluss „Verschmelzung der Berliner VVN-BdA e. V. mit der VVN-BdA Lichtenberg e. V.“weiterlesen >>>

  • Gemeinsames Grußwort an unsereren Ehrenvorsitzenden Dr. Hans Coppiweiterlesen >>>

Presseecho:

Berliner VVN-BdA distanziert sich von Kampagne

10. März 2026

Der geschäftsführende Vorstand der Berliner VVN-BdA distanziert sich von der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ und fordert alle Mitglieder der VVN-BdA auf, diese Kampagne nicht zu unterstützen. Wir solidarisieren uns mit:

  • unserem Mitglied Ellen Händler, Enkelin des jüdischen Opfers des KZ Buchenwald Leopold Simon (Protestnote)
  • der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora (Erklärung LAG)
  • dem Personal der Gedenkstätte ehemaliges KZ Buchenwald und ihrem Leiter, Professor Jens-Christian-Wagner (Stellungnahme Gedenkstätte).

Berlin, 10. März 2026

Stellungnahme: Lichtenberger AfD verleumdet Nachfahrin von Holocaustopfern

23. Februar 2026

18. Februar 2026

Gemeinsame Stellungnahme der VVN-BdA Lichtenberg e.V. und der Berliner VVN-BdA e.V.

Der 27. Januar ist der Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, er ist der Tag, an dem wir der Opfer des Faschismus gedenken.

Auf Antrag der Parteien Die Linke und der Grünen wurde am 22. Januar in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg behandelt, dass sowohl am 27. Januar als auch am 9. November, dem Gedenktag an die Reichsprogromnacht 1938 das bezirkliche Gedenken von einem Verein organisiert wird, damit die AfD qua Hausrecht nicht eingeladen werden muss und sie bei Erscheinen des Platzes verwiesen werden kann.

Das Mitglied des Berliner Landesverbandes der VVN BdA Elke Tischer hat anlässlich dieses Antrages eine Rede in der BVV gehalten. Elke Tischers Familie väterlicherseits wurde aus Mühlheim/Ruhr in das von den Faschisten besetzte Ostpolen deportiert und dort im Vernichtungslager Sobibor vergast. Ihr Vater überlebt nur, da er im Rahmen der sogenannten Kindertransporte nach Großbritannien ausreisen konnte. Elke sagte in ihrer Rede:
„Nun gibt es aber Menschen in diesem Land, die unter diese Geschichte einen Schlussstrich ziehen wollen. Und viele dieser Menschen finden sich in der AfD. Und dies nicht zufällig, denn in ihrem Grundsatzprogramm fordert die Partei ‚Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen‘. Was damit gemeint ist, hat Björn Höcke in seiner Rede im Januar 2017 deutlich gemacht, als er eine ‚erinnerungspolitische Wende um 180 Grad‘ forderte. Was sollen Nachkommen von Überlebenden des Holocaust, von Widerstandskämpfer*innen gegen den NS von solchen Aussagen halten?
Wie sollen sie damit umgehen, dass Menschen, die die Ermordung ihrer Familienangehörigen, die Verfolgung ihrer Eltern und Großeltern relativieren und verharmlosen, mit ihnen gemeinsam der Opfer des Naziregimes gedenken wollen? Ich kann Ihnen sagen, wie sich das anfühlt: Ich denke sehr oft an meine Großmutter, die ich nie kennengelernt habe, weil sie sich im April 1942 einfinden musste zum Transport in den Osten, der sie über Izbica in die Gaskammern des Todeslagers Sobibor brachte. Und ich denke an meinen Vater, der als Zwölfjähriger Deutschland verlassen musste, um zu überleben. Er kehrte als 18-jähriger britischer Soldat in seine deutsche Heimat zu zurück, um für ein besseres, demokratisches und antifaschistisches Deutschland einzutreten.
Für ihn wäre es genauso unerträglich wie für mich, bei einem Gedenken an die Opfer der NS-Zeit neben Menschen zu stehen, die mit ihrer Mitgliedschaft in einer Partei ihre Verharmlosung und Relativierung der Naziverbrechen zum Ausdruck bringen. Dieser Geschichtsrevisionismus ist es, der uns fordern lässt: Kein Gedenken mit der AfD!“

Der Antrag wurde in der BVV mehrheitlich angenommen.

Fünf Tage später, am Gedenktag des 27. Januar, postet die AfD Lichtenberg zu diesem Antrag und zu unserer Kameradin unter anderem: „Da durfte eine ‚Bürgerin‘ – natürlich vom Verein VVN/BdA – als Hasspredigerin gegen die AfD auftreten.“ Dass eine Nachfahrin von Holocaustopfern als Bürgerin mit Anführungsstrichen durch die AfD ausgebürgert, ihr konkreter Bezug zum Thema verschwiegen und sie stattdessen als „Hasspredigerin“ verleumdet wird, zeigt, wie wichtig der Antrag war und wie wichtig es ist, dem Faschismus massiv entgegenzutreten.

Kein Gedenken mit der AfD!Kein Fußbreit dem Faschismus!

VVN-BdA Lichtenberg und Berliner VVN-BdA

Rede BVV LichtenbergHerunterladen

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