Antifaschismus bleibt gemeinnützig!

1. September 2026

Berliner Finanzamt reagiert auf rechte Kampagne gegen die VVN-BdA und droht mit Entzug der Gemeinnützigkeit

Das Berliner Finanzamt für Körperschaften I fordert von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) eine vorzeitige Abgabe der Steuererklärung für die Jahre 2024 und 2025 und droht damit, ihr die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Begründet wird dieser Schritt damit, „dass auch die aktuelle Kampagne zum AfD-Verbot sowie die damit im Zusammenhang stehenden Aktivitäten der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. deren Gemeinnützigkeit gefährden kann.“

Das ist ein Angriff auf die demokratische Zivilgesellschaft. Für uns ist klar: Engagement gegen die im Kern faschistische AfD ist gemeinnützig – mehr noch: ein AfD-Verbot ist notwendig, um Demokratie und die Achtung der Menschenrechte zu bewahren! Mit dieser Forderung befinden wir uns in guter Gesellschaft von mehr als 1.000 Juristinnen und Juristen, die sich damit Anfang August zu Wort gemeldet haben.

Dieser Angriff kommt, nachdem der rechtskonservative Jura-Professor Boehme-Neßler (SPD-Mitglied und AfD-Apologet) „die Berliner Finanzverwaltung“ unter Stefan Evers bereits im Juni aufgefordert hatte, die Prüfung unserer Gemeinnützigkeit zu veranlassen und anschließend verschiedene extrem rechte Medien von Apollo News über die Junge Freiheit bis Nius und zuletzt die rechtskonservative WELT dies aufgegriffen haben. Das Berliner Finanzamt macht sich nun zum Erfüllungsgehilfen mehrerer Medien im Umfeld der AfD.

Wir sind dem Erbe der Widerstandskämpfer*innen und Verfolgten des Nazi-Regimes verpflichtet, die unsere Vereinigung 1947 gegründet haben. Das „Nie wieder!“ für das sie zeitlebens standen, verpflichtet uns zum entschiedenen Handeln gegen die AfD – denn sie tritt das geistige und politische Erbe der damaligen Täter*innen an. Sie steht für eine Politik, die die Freiheit und Unversehrtheit aller – in erster Linie jedoch aufgrund von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Behinderung diskriminierter Menschen und ihrer politischen Gegner*innen – bedroht. Sie ist eine Gefahr für die Demokratie, wie zuletzt das umfangreiche und interdisziplinär erarbeitete Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte zeigte. Ihr gegenüber kann es keine Neutralität geben.

Die VVN-BdA war bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung massiven Repressionen ausgesetzt. Die frühe Bundesrepublik versuchte mehrfach die VVN zu verbieten. In der DDR wurde unsere Vereinigung 1953 zwangsaufgelöst. 2019 wurde schon einmal versucht, uns die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Auch dank einer breiten gesellschaftlichen Solidarität gelang es uns, zu belegen, dass die Gründe dafür haltlos waren und die Gemeinnützigkeit im Widerspruchsverfahren zurückzuerlangen.

Die Forderung, faschistische Parteien zu verbieten, gehört für uns zu den notwendigen Lehren aus dem deutschen Faschismus.  2007 starteten wir die Kampagne „nonpd – NPD-Verbot jetzt!“, bei der sich 175.000 Menschen der Forderung nach dem Verbot der damaligen NPD (heute „Die Heimat“) stark machten. Das war nie ein Grund, unsere Gemeinnützigkeit infrage zu stellen. Der Unterschied zwischen NPD und AfD besteht in erster Linie darin, dass die AfD aktuell wesentlich bedeutender und somit gefährlicher ist, als es die NPD je wurde.

Die Verteidigung der Demokratie und der Menschenwürde bedarf einer lebendigen und kämpferischen Zivilgesellschaft. Dieses Engagement muss gemeinnützig bleiben!

Wie ihr uns unterstützen könnt:

     * Teilt unsere Posts zum Thema.
     * Macht selbst Content oder Erklärungen dazu.

Unter dem Link:
https://vvn-bda.de/hintergrundinformationen-gemeinnuetzigkeit/  findet
ihr alle wichtigen Hintergrundinfos, die ihr zur Erstellung von Content
und sonstigen Veröffentlichungen braucht.

Wichtige Links:
📌 Petition:
https://weact.campact.de/petitions/antifaschismus-muss-gemeinnutzig-bleiben

📌 Mitglied werden: https://vvn-bda.de/mitglied-werden/
📌 Statement der VVN-BdA:
https://vvn-bda.de/antifaschismus-muss-gemeinnuetzig-bleiben/
📌 Erklärung des Holocaust-Überlebenden und VVN-Mitglieds Ernst
Grube:
https://vvn-bda.de/im-besten-sinn-gemeinnuetzig-erklaerung-von-ernst-grube-zum-angedrohten-entzug-der-gemeinnuetzigkeit-der-vvn-bda/

2019 wurde uns schon einmal die Gemeinnützigkeit aberkannt. Auch dank einer breiten gesellschaftlichen Diskussion gelang es uns, die Gemeinnützigkeit im Widerspruchsverfahren zurückzuerlangen und zu
beweisen, dass die Gründe für die Aberkennung haltlos waren. Wir sind optimistisch, dass es uns mit eurer Unterstützung gelingt, unserenStatus als gemeinnütziger Verein auch dieses Mal zu behaupten.

Sachsen-Anhalt hat gewählt! Antifaschistische Kundgebung gegen die AfD

31. August 2026

Am 6.September wird in Sachen-Anhalt gewählt. Und wir rufen zu einer antifaschistischen Kundgebung auf!
Sachsen-Anhalt hat gewählt!
Antifaschistische Kundgebung gegen die AfD

Egal, wie genau die Wahlen in Sachsen-Anhalt am 6.September ausgehen – Hass und rassistische Hetze werden in Sachsen-Anhalt mehr Stimmen denn je bekommen.Die extrem rechte AfD wird allen Prognosen nach gestärkt hervorgehen. Die Zeiten werden härter für queeres Leben, Migrant*innen, alle fortschrittlichen Initiativen, alle Menschen, die nicht in das völkische Weltbild der AfD passen.
Wir wollen allen Antifaschist*innen und Demokrat*innen in Sachsen-Anhalt ein Signal senden, dass sie nicht alleine sind.  Und wir wollen auch nicht alleine auf die Wahlberichterstattung in der Glotze starren, sondern unseren Widerstand und Protest in vielen Städten auf die Straße tragen! Aus diesem Grund rufen wir zu einer Kundgebung vor der Landesvertretung Sachsen-Anhalt auf. Kommt zahlreich und seid laut. 

6. September 2026 / Sonntag / 19 Uhr 
Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Luisenstr. 18, Berlin-Mitte

Keine Heimat für Nazis in Köpenick?

10. August 2026

Antifa Jour fixe der Berliner VVN-BdA

Montag, 17. August 2026, 18.30 Uhr
Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin
Keine Heimat für Nazis
in Köpenick?
26 Jahre antifaschistischer 
Widerstand im Randbezirk.

Ein interaktives Gespräch mit Medien-Schnipseln  und Zeitzeug*innen.

Die Bundeszentrale der NPD zog 2000 in die Köpenicker Seelenbinder-Straße. Fortan diente die Immobilie als wichtigste Ressource der extremen Rechten in Berlin.  Von hier aus baute die NPD ihre Kontakte in die Kameradschaft-Szene auf. 
Von Köpenick ausgehend entwickelte sich der Nationale Widerstand Berlin (NW Berlin). Die NPD-Zentrale spielte für den „Neukölln-Komplex“ eine wichtige Rolle und half der Partei beim Einzug in die Bezirksverordnetenversammlungen in verschiedenen Bezirken. Die rassistischen Proteste gegen die Geflüchteten-Unterkünfte 2014 bis 2016 wurden von hier aus koordiniert, und bis heute ist die Zentrale ein bedeutender Ort für neonazistische Jugendgruppen.

Schon vor dem Einzug in Köpenick formierte sich aber auch ein breiter antifaschistischer Widerstand. Der VVN-BdA Köpenick wird an diesem Abend im Café Sibylle einen Einblick in die Geschichte dieses Widerstands geben. Wir sprechen mit Zeitzeug*innen, zeigen Videoaufnahmen und alte und neue Flyer, Plakate und Bilder.

2026 befindet sich die NPD-Nachfolgepartei „Die Heimat“ dabei, ihre Bundeszentrale zu verkaufen. Dies ist auch ein Erfolg der beständigen und kreativen antifaschistischen Proteste! Lasst uns diesen Erfolg mit einem Rückblick gemeinsam feiern und dabei nicht die antifaschistischen Herausforderungen der Gegenwart vergessen.
Antifa Jour fixe der Berliner VVN-BdA
Immer am 3. Montag des Monat
Immer im Café Sibylle
Immer um 18.30 Uhr

Der Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion vor 85 Jahren:

13. Juli 2026

Zeitzeug*innen erinnern sich an Verbrechen von Wehrmacht, SS und Polizei
Antifa Jour Fixe der VVN-BdA Berlin


Montag |  20. Juli 2026| 18:30 Uhr | Café Sibylle

Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain

Wir lesen aus den Erinnerungsberichten sowjetischer Zeitzeug*innen

In der offiziellen Gedenkkultur der Bundesrepublik Deutschland führte und führt die Erinnerung an den  22. Juni 1941 im Vergleich zu anderen Gedenktagen ein Schattendasein, erst recht seit der von Bundeskanzler Scholz 2022 ausgerufenen „Zeitenwende“. 
Umso wichtiger ist es, die in deutschem Namen von Wehrmachts-,SS- und Polizei-Angehörigen mit ausdrücklicher Billigung der Nazi-Führung begangenen Verbrechen immer wieder ins Gedächtnis zu holen.

Antifa Jour fixe der Berliner VVN-BdA
Immer am 3. Montag des Monat
Immer im Café Sibylle
Immer um 18.30 Uhr

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