Buchvorstellung:

2. April 2026

Von Henkern und Helden – Guerre, deportazioni, dittature, eroi

Wir freuen uns Guido Lorenzetti Vizepräsident der ANED (Associazione Nazionale Ex Deportati Nei Campi Nazisti) persönlich in Berlin begrüßen zu können.

Mittwoch | 22. April 2026 | 19.00 Uhr (Einlass 18.30)

FMP1 –  Salon

Franz-Mehring – Platz 1, 10243 Berlin- Friedrichshain (Nähe Ostbahnhof)

Guido Lorenzetti
Von Henkern und Helden
Faschismus und Widerstand
Eine Sicht aus der Resistenza

März 2026 – PapyRossa Verlag | Pocketformat, 141 Seiten, € 14,00 [D]  ISBN 978-3-89438-868-3

Guido Lorenzetti, Jg. 1938, ist Publizist und Zeitzeuge, lebt in Mailand.  Er ist Vizepräsident der ANED (Associazione Nazionale Ex Deportati Nei Campi Nazisti -Nationale Vereinigung ehemaliger Häftlinge in nationalsozialistischen Lagern)  und Leitungsmitglied der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR).

In zwölf Skizzen porträtiert der italienische Zeitzeuge Guido Lorenzetti Akteure aus der Zeit von NS-Herrschaft, Krieg und Besatzung. Industrielle und Kriegsgewinnler, den zwiespältige SS-Mann Kurt Gerstein oder ein ›Nazi-Beamter‹, der es im besetzten Dänemark Jüdinnen und Juden ermöglichte, mit Hilfe des Widerstands nach Schweden zu fliehen. Er geht der großen Zahl von Priestern nach, die in Konzen­trationslager verschleppt wurden, oder der Rolle von Frauen als Aufseherinnen. Hierbei stellen sich auch Fragen nach der Unabhängigkeitsbewegung in Triest und Istrien.

Ein persönlich gehaltener Beitrag über seinen Vater Andrea Lorenzetti, der in der Resistenza aktiv war und im Frühjahr 1945 im KZ Mauthausen bei Linz (Österreich) starb, rundet den Band ab.

Und er trägt mit seiner ›italienischen Sicht‹ zu einer sensiblen Debatte bei: Waren die ›Nürnberger Rassengesetze‹ und die NS-Vernichtungspolitik ›Erfindungen‹ des Nazi-­Regimes oder hatten sie ihre Vorläufer im Kolonialismus und im US-amerikanischen Rassismus? Lorenzetti greift Auseinandersetzungen auf, die im Italien Melonis an Brisanz gewonnen haben, so über die Haltung des antifaschistischen Widerstands.

Herausgegeben und mit einem Vorwort von Ulrich Schneider. Aus dem Italienischen von Ulrich Schneider und Philipp Becher.

Veranstalter*innen: Willi Münzenberg Forum, Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Kontakt und v.i.S.d.P.: Berliner VVN-BdA e.V. | Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin | Tel.: +49 (0)30 2978 4378 | berlin@vvn-bda.de

Kostenfrei / Um Anmeldung wird gebeten >>> https://pretix.eu/Muenzenberg/resistenza

„Wenn Moskau das so will…“

2. April 2026

Antifa Jour Fixe der VVN-BdA Berlin
Montag, 20. April 2026, 18:30 Uhr, Café Sibylle | Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain

Eine Ernst Thälmann Biografie

Lesung mit dem Autor Dr. Ronald Friedmann, im Anschluss Gespräch, moderiert von Susanne Lang

Von August 1925 bis zu seiner Verhaftung im März 1933 stand Ernst Thälmann an der Spitze der KPD, der größten Kommunistischen Partei außerhalb der Sowjetunion, einer Partei, die in diesen Jahren zeitweise bis zu 360.000 Mitglieder hatte und die bei reichsweiten Wahlen bis zu sechs Millionen Wähler mobilisieren konnte.
Hundert Jahre nach dem von der Kommunistischen Internationale in Moskau verfügten Aufstieg Thälmanns an die Spitze der KPD ist es höchste Zeit, einen neuen und differenzierten Blick auf das Leben und Wirken Thälmanns zu werfen.
Thälmann hat durch sein Tun und Lassen den deutschen Parteikommunismus entscheidend geprägt. Mit seinem Namen sind die politischen Erfolge der KPD in den Jahren der Weimarer Republik verbunden. Nach der Machtübergabe an Hitler und die Nazipartei wurde er zum weltweiten Symbol des antifaschistischen Widerstandskampfes. Vor allem jedoch trug Thälmann maßgebliche Verantwortung für die folgenschweren Fehlentwicklungen seiner Partei.

Wie der Historiker Dr. Ronald Friedmann zu diesem Urteil kommt und was ihn bewogen hat, sich in Zeiten des erstarkenden Faschismus in Deutschland ausführlich mit der Biografie Thälmanns zu beschäftigen, wird Gegenstand der Lesung und des anschließenden Gesprächs sein.

Unterstützung zurückgezogen

25. März 2026

Es freut uns, dass der Vorstand unserer Kreisvereinigung VVN-VdA (ehemals Westberlin) nach deutlicher Kritik verschiedener Seiten die Unterstützung der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ zurückzieht.

Als einzige Gliederung der VVN-BdA bundesweit und in Berlin hatte der Vorstand der ehemals Westberliner VVN-VdA, einer Untergliederung der Berliner VVN-BdA, ein skandalöses Statement der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ unterschrieben. Das Dokument, in dem die Gedenkstätte Buchenwald wegen angeblichem Geschichtsrevisionismus und „Genozidleugnung“ angegriffen wird, hatte in der Berliner und bundesweiten Mitgliedschaft der VVN-BdA (Stellungsnahme der Berliner VVN-BdA), in der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. und der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/ Freundeskreis e.V. . “ (Stellungsnahme LAG), bei Angehörigen von Buchenwald-Häftlingen sowie in zivilgesellschaftlichen Organisationen besonders in Thüringen zu Verwunderung, Empörung und scharfer Kritik geführt.
Unser Mitglied, die Vorsitzende des BdA Treptow Dr. Ellen Händler, verfasste eine persönliche Stellungnahme an den Vorstand der VVN-VdA, in der sie die Rücknahme der Unterschrift forderte (Protestbrief Ellen Händler).
Auf der Landesdelegiertenkonferenz der Berliner VVN-BdA am 14. März 2026 verabschiedeten die Berliner Delegierten nach kontroverser Diskussion einen Initiativantrag „Solidarität mit Nachkommen von Häftlingen des KZ Buchenwald, mit der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und mit der Gedenkstätte Buchenwald!“. Darin heißt es:
Die Berliner VVN-BdA e. V. verurteilt die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ und fordert alle ihre Mitglieder auf, diese Kampagne nicht zu unterstützen. Den Vorstand unserer Untergliederung VVN-VdA fordern wir auf, seine Unterstützung zurückzuziehen. (…) Wir weisen den Vorwurf des Geschichtsrevisionismus gegenüber der Gedenkstätte Buchenwald zurück. Wir solidarisieren uns mit dem Personal der Gedenkstätte und ihrem Leiter, Prof. Jens- Christian Wagner, die seit vielen Jahren geschichtsrevisionistischen und extrem rechten Angriffen, etwa seitens der AfD, die Stirn bieten. … (zum Beschluss >>>)

Der Vorstand des VdA hat jetzt darauf reagiert und seine Unterstützung zurückgezogen. Auf der Internetseite des VdA ist zu lesen: „Aufgrund der eindringlichen Bitte und Aufforderung der Kameradin Ellen Händler auf der Landesdelegiertenkonferenz der Berliner VVN-BdA ziehen wir unsere Unterschrift unter den Aufruf ‚Kufiyahs in Buchenwald‘ zurück. (…) Eine weitere Eskalation … lenkt von den wirklichen Aufgaben der AntifaschistInnen ab, nicht zuletzt auch in der Solidarität mit dem palästinensischen Volk.“

Der Vorstand der Berliner VVN-BdA begrüßt die Entscheidung des Vorstandes der VVN-VdA und wertet sie als einen Schritt auf dem Weg zu  sachlich-solidarischen Diskussionen sowie antifaschistischer Bündnis- und Handlungsfähigkeit. Wir erwarten, dass die VVN-VdA ihre Zusicherung einhält, bei der Mobilisierungsveranstaltung am 27. März für die Mahnwache der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ am 12. April anlässlich der Befreiungsfeierlichkeiten in der Gedenkstätte Buchenwald nicht auf dem Podium vertreten zu sein. Bereits während der Delegiertenkonferenz angeregte Gespräche zwischen den Vorständen der Berliner VVN-BdA und der VVN-VdA, auch unter Beteiligung von Ellen Händler, sollten unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme durchgeführt werden.

Unsere Landesdelegiertenversammlung 2026

24. März 2026

Gut 50 Delegierte aller Bezirks- und Basisorganisationen der Berliner VVN-BdA kamen am Samstag, dem 14. April 2026, im Sitzungsaal der Bezirksverordnetenversammlung Pankow zur ordentlichen Landesdelegiertenversammlung, die im zweijährlichen Rhythmus stattfindet, zusammen.

Nach Grußworten von unserer Bundesvorsitzenden Conny Kerth, Bärbel Schindler Saefkow, Tochter der Widerstandskämpfer*innen Anton und Aenne Saefkow und langjährige Generalsekretärin des Internationalen Ravensbrück Komitees und der VVN-BdA Brandenburg, wurde als Auftakt gemeinsam das Moorsoldatenlied gesungen.

Es übrigens gab ein kleines Presseecho. Es findet sich am Ende.

Das sicherlich wichtigste Ergebnis – unser „alter“ Vorstand wurde entlastet, seine bisherigen Mitglieder wiedergewählt und um zwei neue Vorstände auf sieben Personen erweitert. Unser jüngstes Vorstandsmitglied ist jetzt 24 Jahre alt. Zusammen ist das eine gute Basis, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Mit jeweils großer Mehrheit, aber auch teils erregten und Kontoversen und Diskussionen wurden das Aktionsprogramm für die kommenden 2 Jahre und folgende Anträge und Initiativanträge verabschiedet:

  • Antifaschismus heißt: Menschenrechte und Demokratie verteidigen, AfD-Verbot
    jetzt!
    (Aktionsprogramm 2026/27 der Delegiertenversammlung der Berliner VVN-BdA)weiterlesen >>>

  • Initiativantrag und Beschluss „Solidarität mit Nachkommen von Häftlingen des KZ Buchenwald, mit der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und mit der Gedenkstätte Buchenwald!“weiterlesen >>>

  • Initativantrag und Beschluss „Für antifaschistische Bündnis- und Handlungsfähigkeit sowie sachlich-solidarische Diskussionen! Antrag >>> und Beschluss >>>

  • Beschluss „Verschmelzung der Berliner VVN-BdA e. V. mit der VVN-BdA Lichtenberg e. V.“weiterlesen >>>

  • Gemeinsames Grußwort an unsereren Ehrenvorsitzenden Dr. Hans Coppiweiterlesen >>>

Presseecho:

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