Die Berliner Sparkasse lenkt ein – der BdA Treptow e.V. erhält ein Vereinskonto
25. April 2026

BdA Treptow e. V.: „Nobanking” abgewendet, Sparkasse stellt Vereinskonto zur Verfügung
Der Protest hat Wirkung gezeigt
Es war eine aufregende Woche für den Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow e.V. Am Freitag, 17. April, hatte seine Vorsitzende, Dr. Ellen Händler, eine E-Mail vom VereinsCenter der Berliner Sparkasse erhalten. Es teilte in einem Dreizeiler mit, dass die Berliner Sparkasse „Ihrem Wunsch auf Eröffnung eines Vereinskontos in unserem Hause leider nicht entsprechen“ könne und den Zusatz: „Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen – entsprechend den Gepflogenheiten des deutschen Kreditgewerbes – die Gründe für unsere Entscheidung nicht mitteilen.“
Der Protest hat Wirkung gezeigt
Der BdA Treptow e. V. hatte – zeitgleich mit dem Landesverband Berliner VVN-BdA e. V. und den Kreisvereinigungen BdA Weißensee/Hohenschönhausen e. V. sowie VVN/VdA e. V. (ehemals Westberlin) – im Januar die Kündigung zum 31. März für ihr Konto bei der Postbank erhalten. Unverzüglich erkundigte sich der Vorstand des BdA Treptow nach einem Vereinskonto bei der Berliner Sparkasse. Die dortige Mitarbeiterin klang sehr zuversichtlich, und bis zum 26. Februar hatten die vier Vorstandsmitglieder alle Fragen ordnungsgemäß beantwortet, alle Papiere und Vereinsunterlagen einschließlich des Auszugs aus dem Transparenzregister übergeben.
Dann geschah – nichts. Ellen Händler versuchte mehrfach erfolglos, den Stand der Prüfung telefonisch zu erfragen. E-Mails wurden geschrieben, auf die Dringlichkeit hingewiesen und darauf, dass die Prüfung unverständlicherweise schon bald zwei Monate andauere. Seit dem 1. April war der BdA Treptow e.V. nun ohne Konto. Dann platzte die Bombe.
Was tun? Der Vorstand des BdA Treptow entschied sich sofort dafür, diese Entscheidung nicht hinzunehmen. Der VVN-BdA-Landesvorstand und sein Geschäftsführer, die Linke Treptow-Köpenick, Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD), Dr. Gregor Gysi als der gewählte Bundestagsabgeordnete – sie alle wurden informiert und um Unterstützung, insbesondere um Fürsprache beim Vorstand der Berliner Sparkasse, gebeten. Immerhin ist der seit 36 Jahren existierende und als gemeinnützig anerkannte BdA Treptow ein geschätzter Akteur im bezirklichen „Bündnis für Demokratie, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“, er koordiniert die Stolpersteinverlegungen im Bezirk, und in seinen Reihen zählt er viele Mitglieder, die Naziverfolgte oder deren Nachkommen sind.
Der BdA Treptow legte Widerspruch gegen die Entscheidung bei der Berliner Sparkasse ein, die Berliner VVN-BdA veröffentlichte eine Pressemitteilung, nd und taz berichteten.
Juristische Schritte wurden in Erwägung gezogen, sollte die Entscheidung nicht rückgängig gemacht werden. Und: BdA Treptow, der Bezirksvorstand der Linken und die Berliner VVN-BdA riefen für Freitag, den 24. April, zu einer Kundgebung vor der Zentrale der Berliner Sparkasse am Alexanderplatz auf.
Was immer den Ausschlag gegeben haben mag – oder alle Maßnahmen zusammen: Am Donnerstag, 23. April nachmittags, erhielt der BdA Treptow einen Anruf und eine E-Mail der Berliner Sparkasse, in der sie mitteilte, dass nach umfassender Prüfung, „alle rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben erfüllt sind und … der Vereinszweck mit unserer werteorientierten Ausrichtung vereinbar ist“. Das gewünschte Vereinskonto könne eröffnet werden. Die Berliner Sparkasse entschuldige sich für „die entstandenen Irritationen und die verzögerte Kommunikation“ und freue sich auf die künftige Zusammenarbeit.
Der BdA Treptow e.V. dankte allen Unterstützer*innen, allen voran Bürgermeister Igel, für die erwiesene Unterstützung. Die angekündigte Kundgebung am 24. April fand statt. Etwa 70 Teilnehmende feierten den Erfolg.
Wieder einmal bestätigte sich die alte Weisheit: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!







