Antifa Jour Fixe | Jahr 2026

Montag | 18.Mai 2026 | 19.00 Uhr !
Antifa Jour-Fixe – ausnahmsweise im Jugendklub M24, Mühlenstr. 24 (nahe U-Bhf. Pankow)!!!
„Das Arbeiterlied. Inge Lammel – das Arbeiterliedarchiv 1954-1985 und Werkschau demokratischer Arbeiterlieder in der Gegenwart“
Im Rahmen des Antifa-Jour-Fixe der Berliner VVN-BdA findet diesmal ausnahmsweise im Jugendklub M24, Mühlenstr. 24 (nahe U-Bhf. Pankow) die Veranstaltung „Das Arbeiterlied. Inge Lammel – das Arbeiterliedarchiv 1954-1985 und Werkschau demokratischer Arbeiterlieder in der Gegenwart“ statt. Vortrag von Eva Hackenberg, Tochter der Musikwissenschaftlerin Inge Lammel, über das Werk und Leben ihrer Mutter. Anschließend Gespräch mit Michael Zachcial und Felix Kroll, beide Musiker der Bremer Gruppe „Die Grenzgänger“. Zwischendurch gibt es musikalische Einlagen mit Arbeiterliedern der Band. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Pankower VVN-BdA und dem Verein der Abgeordnetenhausfraktion Die Linke.
Geboren 1924 in einer bürgerlich-jüdischen Familie in Berlin, vom NS-Regime entrechtet, 1939 vertrieben und in der englischen Emigration links politisiert kehrte Inge Lammel 1947 nach Deutschland in die sowjetische Besatzungszone nach Ostberlin zurück. Ernst Hermann Meyer, den Inge bereits in der Emigration kennenlernte, animierte sie zum Studium der Musikwissenschaften und war Mentor ihrer Diplomarbeit zur Arbeitermusikkultur.
Im Zuge des Aufbaus und der Leitung des Arbeiterliedarchivs (ALA) an der Akademie der Künste der DDR von 1954 bis 1985 wurde Inge Lammel u.a. von Ernst Hermann Meyer, Wolfgang Steinitz und Hanns Eisler wissenschaftlich begleitet. 1985 schied sie nach 40 Berufsjahren aus dem der Akademie der Künste aus. Mit der Wende wurde 1989/90 das ALA geschlossen und die Sammlung war nicht mehr verfügbar. Aus Enttäuschung übergab sie ihren persönlichen Nachlass dem Archiv des Zentrums für Populäre Musik und Kultur (ZPKM) der Universität Freiburg. Heute ist der Bestand des ALA an der Akademie durch Digitalisierung gesichert und verfügbar.
In dieser Veranstaltung gehen wir der Frage nach, welche Bedeutung das Arbeiterlied als demokratisches Volkslied heute noch hat. In einem Gespräch mit Michael Zachcial, Leiter und Sänger des Bremer Quartetts „Die Grenzgänger“ stellen wir sein Steinitz-Lammel-Projekt vor, eine umfassende Werkschau, deren Hauptquelle die beiden Bände “Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten” von Wolfgang Steinitz, von 1954 und 1962 sind. Ergänzt werden diese Lieder durch die von Inge Lammel publizierten Arbeiterliedbücher von 1957 bis 1986.
Hören wir eine Auswahl der in diesem Projekt erarbeiteten demokratischen Volks- und Arbeiterlieder mit Michael Zachcial und Felix Kroll.

20. April 2026, 18:30 Uhr
„Wenn Moskau das so will…“ – Eine Ernst Thälmann Biografie
Lesung mit dem Autor Dr. Ronald Friedmann, im Anschluss Gespräch, moderiert von Susanne Lang
Von August 1925 bis zu seiner Verhaftung im März 1933 stand Ernst Thälmann an der Spitze der KPD, der größten Kommunistischen Partei außerhalb der Sowjetunion, einer Partei, die in diesen Jahren zeitweise bis zu 360.000 Mitglieder hatte und die bei reichsweiten Wahlen bis zu sechs Millionen Wähler mobilisieren konnte.
Hundert Jahre nach dem von der Kommunistischen Internationale in Moskau verfügten Aufstieg Thälmanns an die Spitze der KPD ist es höchste Zeit, einen neuen und differenzierten Blick auf das Leben und Wirken Thälmanns zu werfen. Thälmann hat durch sein Tun und Lassen den deutschen Parteikommunismus entscheidend geprägt. Mit seinem Namen sind die politischen Erfolge der KPD in den Jahren der Weimarer Republik verbunden. Nach der Machtübergabe an Hitler und die Nazipartei wurde er zum weltweiten Symbol des antifaschistischen Widerstandskampfes. Vor allem jedoch trug Thälmann maßgebliche Verantwortung für die folgenschweren Fehlentwicklungen seiner Partei.
Wie der Historiker Dr. Ronald Friedmann zu diesem Urteil kommt und was ihn bewogen hat, sich in Zeiten des erstarkenden Faschismus in Deutschland ausführlich mit der Biografie Thälmanns zu beschäftigen, wird Gegenstand der Lesung und des anschließenden Gesprächs sein.

16. März 2028 | 18.30 Uhr
„Durch Reden ist die Welt nie verändert worden, nur die Tat zählt. Tun wir jeden Tag etwas, damit Verbrechen wie diese nie wiederholt werden können“
Walter Sack (*26.12.1915 in Berlin; ✡ 29.4.2008 in Berlin)
Mitglied der jüdischen Widerstandsgruppe um Herbert Baum, Bürgermeister von Treptow
Film mit anschließender Diskussion: Walter Sack – ein Pionier des Antifaschismus.
Ein biographisches Interview der Spielberg-Foundation mit dem Widerstandskämpfer und ehemaligen Bürgermeister Treptows über den Widerstand gegen den Faschismus in Berlin, das Exil in Schweden und darüber, was Antifaschismus heute bedeutet. Dauer: Ca. 60 min
1915 in einer jüdischen Familie in Berlin-Kreuzberg geboren, prägte das sozialdemokratisch gesinnte Elternhaus den Heranwachsenden. Im Gymnasium mußte er in der letzten Reihe sitzen – auf der »Judenbank«. 15jährig wurde er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und im Ring-Bund Deutsch-Jüdischer Jugend, wo er Herbert Baum vom Kommunistischen Jugendverband kennenlernte. In dessen jüdischer Widerstandsgruppe wirkte er bis 1939, bis zur Emigration nach Schweden. Versuche, die Eltern nachzuholen, mißlangen; sie wurden in Auschwitz Opfer der faschistischen Judenverfolgung. Walter Sack war 1967-74 Bezirksbürgermeister von Berlin Treptow.
Ab 1988 leitete er die »Arbeitsgruppe Herbert Baum« beim Bezirkskomitee Berlin der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR und führte dies im Rahmen der VVN-BdA weiter.

16. Februar 2026, 18:30 Uhr
Antifa Jour-Fixe Vortrag „Nazis in Berlin 1990 bis 2025“
Der Vortrag bietet einen Ritt durch die Geschichte der Neonaziszene in der Berlin mit anschließender Diskussion: Welche Verbindungen hatte der NSU nach Berlin? Wie wurde ein Strausberger Querfront-Nazi Berliner NPD-Vorsitzender? Warum prügelten sich Berliner Neonazis wegen „nur 8“-Schriftzügen? War der Angriff am Ostkreuz 2024 der erste dieser Art? Warum sind Neonazis in Berlin gerade eher (ir)relevant? Und was hat das alles mit der Zivilgesellschaft zu tun?
Der Vortrag wirft einen ausführlichen Blick auf die unterschiedlichsten Entwicklungen der Berliner Neonaziszene in den vergangenen 35 Jahren, beschreibt Strategien und Kampagnen und zeigt an ausgewählten Personen, wie Wissensweitergabe in der Szene funktioniert.
Es wird darüber hinaus um die Wahlerfolge, Angriffe und auch Morde gehen und das Ganze wird in den zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet.
Zum Schluss wollen wir über Möglichkeiten der Gegenwehr diskutieren.
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19. Januar 2026, 18.30 Uhr
„Keine Show für Täter- Gegen den Besuch Jordan Petersons in Berlin„
Ob Transphobie, antisemitische Verschwörungsnarrative, Frauenhass, Rassismus oder Klimawandelleugnung – Jordan Peterson deckt die gesamte Bandbreite rechtskonservativer Rhetorik ab und rekrutiert damit vor allem junge Männer mit seinen als Selbsthilfe und politische Debatte getarnten Inhalten vom Mainstream nach Rechtsaußen.
Am 11. Februar 2026 kommt der kanadische Ex-Professor mit seiner Vortragsreihe auch nach Berlin – aber nicht ohne Widerspruch. Wir erläutern den Werdegang der Selbstradikalisierung von Peterson, seine pseudo-intellektuellen Methoden und seine langjährigen Verbindungen in internationale rechte Netzwerke, inklusive zum Eugeniker, Impfgegner und amerikanischen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
Danach spricht die Gruppe „Keine Show für Täter“ über die aktuellen Vorbereitungen zur Gegendemo.
Antifa Jour fixe der Berliner VVN-BdA
Immer am 3. Montag des Monat
Immer im Café Sibylle
Immer um 18.30 Uhr







